Wer sich im Kleinen nicht um Wahrheit kümmert, missachtet sie im Großen erst recht.

Man kann nicht wissen, was richtig ist. Man kann nur wissen, was man für richtig hält.

Absolut wahr ist, was jeden Wandel übersteht.

Es gibt einen Glauben, der die Wahrheit aner­kennt, und andere, die sich an ihr vergreifen.
Wahrer Glaube muss wissen, dass er nur Glaube ist. Sonst ist er nicht wahr.

Wer das Wahre sagt, sagt immer dasselbe. Wer immer dasselbe sagt, sagt aber nicht immer das Wahre.

Das erkennende Subjekt ist jener Aspekt der Wirklichkeit, der sich aus sich selbst heraus erkennt. Jede Erkenntnis ist auch ein Sich-selbst-erkennen der Wirklichkeit.

Wahrheit


  1. Begriffsbestimmung
  2. Strukturen
  3. Religiöse Bedeutung
  4. Grundmuster und Umgangsarten
  5. Wahrheitsfindung

1. Begriffsbestimmung

Die Etymologie des Wortes wahr weist auf zweierlei hin: worum es sich bei der Wahrheit handelt und wie das Verhältnis zwischen ihr und dem Menschen beschaffen ist.

Bindung und Vertrag

Das Verhältnis zwischen Mensch und Wahr­heit ist eng. Keineswegs ist der Mensch hier und die Wahrheit dort, als könnte er sich beliebig zu diesem oder jenem Umgang mit ihr entscheiden, ohne dass die Entscheidung in sein Wesen hineinwirkt.... so wie man sich zu diesem oder jenem Umgang mit einem Bleistift entscheiden kann. Wozu der Mensch sich im Umgang mit dem Wahren entscheidet, bestimmt nicht nur darüber mit, was ihm gelingt und woran er scheitert. Es bestimmt über sein Wesen selbst. Die Bindung ist so eng, dass der Mensch ist, was er für wahr hältDie körperliche Struktur, die die Existenz des Menschen in der Wirklichkeit ermöglicht, ist eine Antwort darauf, was der evolutionäre Prozess als wahr erkannt hat..

Das Verhältnis zwischen Mensch und Wahr­heit ist vertraglich. Die Wahrheit führt den Menschen durch die Wirklichkeit... wenn er ihr vertragsgemäß die Treue hält. Wahrheit kann nur führen, wenn man ihr vertraut.


Es kann sein, dass es weder Raum noch Zeit gibt. Es kann aber nicht sein, dass es keine Wahrheit gibt. Selbst wenn es keine Raumzeit gäbe, wäre es wahr, dass der Satz des PythagorasDer Satz des Pythagoras lautet: a² + b² = c². Er besagt, dass in einem ebenen rechtwinkligen Dreieck die Summe der Kathetenquadrate gleich dem Hypothenusenquadrat ist. in einer Raumzeit mit der geo­metrischen Struktur der unseren wahr wäre.

Wahrheit kann ohne Verwirklichtes sein, Verwirklichtes aber nicht ohne Wahrheit.

Wahr geht auf das althochdeutsche wāra = Vertrag, Treue zurück. Wāra wiederum ist vom indogermanischen ṷer- = vertrauenswürdig, Gunst, Freundlichkeit abgeleitet. Dieselbe Idee steckt in den Wörtern gewähren und WirtDer Wirt gewährt dem Gast freundlichen Empfang.. Wahrheit ist die Gunst des Ganzen, die es den Teilen gewährt. Wahr ist die Zugehörigkeit des Guten zum Ganzen. Wahrheit ist der Ort, wo der Teil vom Ganzen empfangen wird.

Die Nachsilbe -heit war im Mittelalter ein Hauptwort. Heit benannte Rang, Stand, Wesen, Beschaffenheit oder die Person.Als Hoheit (spätmittelhochdeutsch: Hochheit) bezeichnet man dementsprechend eine hochrangige Person. Die indogermanische Urmutter des Begriffs liegt in der Wurzel kāi- = scheinen, leuchten, der sowohl das altindische kētú-h = die Lichterscheinung als auch das deutsche heiter entspringen.

Der Begriff Wahrheit verweist folglich auf drei Themen:

Wahrheit ist das freundlich Leuchtende, dessen Schein nicht trügt. Das Leuchten des Wahren ist Ausdruck echten Seins in treuer Absicht. Man kann darauf vertrauen, dass sie zum Guten führt. Die Wahrheit ist aber nicht nur da und leuchtet. Ihr Leuchten begründet einen Vertrag, durch den sich der, der ihr Leuchten erkennt, mit ihr verbindetDas Erkennen der Wahrheit führt zu einem Vertragsabschluss. Das ist der Grund, warum man sich oft vor der Wahrheit fürchtet. Wer Wahrheit erkannt hat, steht in ihrer Pflicht. Zwar kann man sich der Pflichterfüllung entziehen; aber nur zu der Bedingung, dass man einen Preis dafür zahlt. Dieser Preis ist kein Ding. Er stammt aus der Substanz des eigenen Wesens. Sich erkannter Wahrheit zu entziehen, geht nur in dem Maß, wie man seelisch erkrankt. Alle Abwehrmechanismen der Psyche sind Methoden der Wahrheitsverleugnung..

2. Strukturen

Die Wahrheit ist mit der Wirklichkeit und dem Subjekt, das beide erkennt, verwoben.

2.1. Wahrheit und Wirklichkeit

Die Wirklichkeit ist alles, was es gibt. Folglich kann die Wahrheit nicht abseits von ihr stehen. Sobald Mögliches verwirklicht ist, ist Wahrheit in es eingewoben. Wahrheit verwebt alles Verwirklichte zu dem, was es ist. Nur Wirkliches kann tatsächlich wahrgenommen werden. Das Wahre im Wirklichen wird aus der Wirklichkeit herausgelesenDer Weg ist da. Wer sieht, wie er vom Waldrand zum Fluss führt, hat Wahres erkannt..

Obwohl die Wahrheit in das Verwirklichte eingewoben ist und alles Verwirklichte grundsätzlich wahr ist, besteht zwischen beiden ein wesentlicher Unterschied. Wahrheit ist zeitlos. Das Verwirklichte ist es nicht. Was wahr ist, bleibt wahr, auch wenn das Verwirklichte, dessen Struktur es bestimmt, sich gewandeltEs mag sein, dass der Weg nicht mehr vom Waldrand zum Fluss führt. Es bleibt aber wahr, dass er es tat. oder aufgelöst hat. Wahrheit ist der überdauernde Aspekt der Wirklichkeit, in den deren Wandel eingebettet ist.

2.2. Wahrheit und Subjekt
Wahrheit erscheint im Objekt. Ihr Bestand ist jedoch als dessen Substanz im Subjekt verankert und steht mit ihm jenseits von Raum und Zeit. Das Subjekt begegnet der Wahrheit nicht nur, es ist sie. Nimmt es sie an, nimmt es sich an.

Haben und Sein
Das Subjekt ist eigenständige Wirklich­keit. Das Objekt hat verliehene Wirk­lichkeit. Verliehene Wirklichkeit ist eigen­ständiger nachgeordnet. Das Objekt wird sein Wirklichsein an das Subjekt zurück­erstatten. Gibt es außer dem Subjekt keine weiteren Aspekte der Wirklichkeit, ist es die vollständige Wirklichkeit selbst.

Auch wenn das absolute Subjekt als Wahrheitsträger der Wirklichkeit mit ihr verwoben ist, bleibt es von ihr unberührt. Es macht wahr, ohne dass das Wahrgemachte auf es einwirkt. Es bleibt unberührt, weil es als Wahres in Wahrheit nicht verändert werden kann. Das Wahre muss nicht verändert werden, weil aller Wert in ihm bereits verwirklicht ist.

Wahrheit ist die Substanz des Subjekts. Das Subjekt verwirklicht das Mögliche, indem es weiß, dass es wahr ist.

Das Subjekt taucht in der Wirklichkeit unter zwei Aspekten auf:

2.2.1. Wahrgebende Instanz

Das Wesen der Objekte ist Erkennbarkeit. Was nicht erkennbar ist, ist kein Objekt. Das Wesen des Subjekts liegt im Erkennen-können. Das Subjekt nimmt wahr. Was nicht wahrnehmen kann, ist kein Subjekt.

Diese Beschreibung deckt die strukturelle Beziehung zwischen Subjekt und Objekt nur unvollständig ab; denn gäbe es kein Erkennen-können wären Objekte nicht erkennbar. Ihr Wesen könnte nicht verwirklicht werden. Die Wirklichkeit ist folglich ein Ganzes, in dem erkennbare Objekte und Tatsachen durch eine erkennende Instanz verwirklicht sind. Die Bindung der Objekte an die Präsenz des Subjekts ist unauflösbar. Das absolute Subjekt ist eine wahrgebende Instanz. Ohne es könnte es keine Wirklichkeit geben, die überhaupt Wahrheit enthielte.

2.2.2. Wahrnehmende Instanz

Das Subjekt liegt der Wirklichkeit nicht nur als wahrgebende Instanz zugrunde und webt sich als Wahrheit in sie ein, es verkörpert sich zusätzlich als Vielzahl relativer Subjekte, die der Wirklichkeit von ihrer jeweils individuellen Position heraus begegnen. Der Wahrheitsgehalt der Wirklichkeit ist für relative Subjekte von zentraler Bedeutung.

Personen sind erkennende Instanzen der Wirklichkeit. Sie sind durch die Eigen­schaften ihres objektiven Soseins moduliertes SubjektWährend das absolute Subjekt uneingeschränkt Subjekt ist, sind relative eingeschränkt.. Ihr objektiver Ausdruck steht mit anderen Per­sonen und der Wirklichkeit als solcher in Beziehung. Ihre subjektive Grundsubstanz erkennt.

Wie sich die Person als psychosomatischer Organismus auf die Wirklichkeit bezieht, hängt von den Vorstellungen ab, die sie für wahr hält.

Pflicht und Freiheit

Die Wahrheit verfügt über die Person und macht sie dadurch frei. Die befreite Person geht in der Wahrheit auf. Das Erkennen des Ich-bin führt zur Pflicht, das Erkannte zu sein. Das Erkannte zu sein, befreit von dem, was man nur scheinbar ist. Freiheit ist die Pflicht, man selbst zu sein. Die höchste Pflicht ist in Wahrheit frei zu sein.

Der Organismus erscheint als Körper und Psyche. In ihrer jeweiligen Beziehung zur Wirk­lichkeit richten sich beide Erscheinungsformen an Informationen aus, die für wahr gehalten werden. Ein großer Teil dieser Wahrheitsvermutungen ist der Person weder bewusst noch unmittelbar zugänglich; vor allem jener Teil, der die biologische Funktionsfähigkeit des Organismus begründet. Wären in den Genen keine wahren, also zutreffenden ErkenntnisseDer Körper hält es für wahr, dass man aus Glukose Energie gewinnen kann. Dementsprechend setzt er Enzyme ein. Weil seine Vermutung eine Erkenntnis über die wahre Struktur der Wirklichkeit ist, hat er mit seinen Enzymen Erfolg. über die Wirklichkeit verschlüsselt, hätte der Organismus keinen Bestand. Der Bestand eines relativen Subjekts beruht auf seiner Fähigkeit, genügend Wahres als wahr zu erkennen.

Die Psyche, die sich als Ich erlebt, richtet sich ebenso wie der Körper danach aus, was ihr als wahr erscheint. Etwas anderes kann sie nicht wirklichWenn ich Brot kaufen will, gehe ich zum Bäcker. Aber nur, weil ich es für wahr halte, dass es dort Brot zu kaufen gibt. Ich könnte auch zum Frisör gehen, obwohl ich es nicht für wahr halte, dass der Brot verkauft. Dann gehe ich aber nicht zum Frisör um Brot zu kaufen, sondern weil ich beweisen will, dass man sich aus der Bindung zur Wahrheit befreien kann. Ich gehe aber nur dann zum Frisör, wenn ich es für wahr halte, dass der Gang dorthin den Beweis meiner Unabhängigkeit erbringt. Also habe ich mich auch hier nach dem ausgerichtet, was ich für wahr hielt. tun. Die Ausrichtung an dem, was die Person für wahr hält, ist so nahtlos, dass sie selbst aus Wahrheit und Irrtum besteht.

3. Religiöse Bedeutung

Wahrheit an sich ist wertvoll. Nur wenige stimmen dieser Aussage nicht zu. Die Wertschätzung der Wahrheit ist dabei nicht nur Folge ihrer Nützlichkeit. Sie liegt vor allem daran, dass Wahrheit unvergänglich ist.

Als Person ist der Mensch der Vergänglichkeit ausgesetzt. Das treibt ihn dazu, nach etwas Unvergänglichem Ausschau zu halten, in dem er geborgen ist. Da Wahrheit unvergänglich ist und alles, was vergeht, nicht vollständig wahr sein kann, vermutet der Mensch die Macht zu seiner Rettung dort, wo sie auf reiner Wahrheit gründet.

Zwischen den vielen Wahrheiten, die man erkennen kann und der Wahrheit an sich ist zu unterscheiden. Die vielen Wahrheiten sind ein Menge,Spaghetti werden oft mit Tomaten kombiniert. Drei Tomaten plus zwei Tomaten sind fünf Tomaten. Wenn es heißt, Horst hat Tomaten auf den Ohren, muss das nicht wörtlich aufgefasst werden. die Wahrheit an sich wird als GanzesWer etwas der Wahrheit zuliebe tut, kommt der Wahrheit als Ganzes näher. verstanden, das die Menge des Wahren in eine Einheit bindet, die dem Wandel der Wirklichkeit ebenso zugrunde liegt wie sie über ihm steht und ihn durchdringt.

Eine parteiische Gottesperson?
Die Silbe -heit in Wahrheit kündigt es an: Heit kann als Wesen verstanden werden. Deshalb könnte die Wahrheit als Ganzes eine Gottheit, also ein göttliches Subjekt sein. Deutet man Wahrheit als umfassendes Subjekt der Wirklichkeit, kann man nicht zeitgleich glauben, dass es parteiischVon lateinisch pars = Teil. ist. Die Vorstellung, dass das Umfassende sich zum Parteigänger macht, ist Widerspruch in sich.

Da dem Menschen der Umgang mit konkreten Personen, zum Beispiel Vaterfiguren, näher liegt als der mit abstrakter Wahrheit, sucht er die Rettung aus der Vergänglichkeit meist nicht im Vertrauen auf das, was er selbst tatsächlich als wahr erkennt. Stattdessen glaubt er an eine Gottesperson, die das Wahre repräsentiert. Deren Entschei­dungen versucht er durch Rituale und Gehorsam dergestalt zu beein­flussen, dass sie die vergängliche Person durch einen Gnadenakt aus der Vergänglichkeit in das Reich des unvergänglichen Wahrseins hebt.

Die Vorstellung Gottes als eines Bewahrers der Person verstellt den Blick auf das, worin Rettung tatsächlich liegt. Gebete und Rituale, die sich an einen Bewahrer wenden, sind Maßnahmen, die den Horizont der Person nicht übersteigen. Sie regulieren Selbstbild und Befinden der Person: Ich bin gut, weil ich in rechter Weise glaube. Ich kann beruhigt sein, weil ich das Gebet vollzogen habe.

Wahrheit als das freundlich Leuchtende, dessen Schein nicht trügt, lockt das Ich jedoch nicht dorthin, wo es als Person ewig überdauert, sondern über die Identifikation mit der Person hinaus. Ihr Wesen liegt nicht im Anspruch, sich ihr zu unterwerfen und der Person als Lohn der Unterwerfung Ewigkeit zu verleihen. Die Unterwerfung der Person unter die Wahrheit ist von je her vollzogen und wird niemals zu ändern sein. Was das Ich vollziehen kann, ist vertragsgetreu nach dem Leuchten der Wahrheit Ausschau zu halten, um als sie selbst verwirklicht zu werden. Der religiöse Akt liegt darin, durch Preisgabe des Personseins befreit zu sein.

4. Grundmuster und Umgangsarten

Die Art, wie man mit Wahrheit umgeht, hat tiefgreifende Folgen für das Erleben der Wirklichkeit. Ebenso tiefgreifend sind die Auswirkungen auf das Verhalten des Einzelnen und seinen Bezug zum sozialen Umfeld. Zwei Grundmuster und fünf gestaltende Umgangsarten sind auszumachen.

4.1. Grundmuster

Die Grundmuster entsprechen der prinzipiellen Ausrichtung im Bezug zur Wahrheit an sich. Zwei Pole sind zu unterscheiden:

Die funktionale Ausrichtung betrachtet Wahrheit als Werkzeug der Person, die transpersonale die Person als Werkzeug der Wahrheit.
  1. egozentrisch / funktional
  2. anerkennend / transpersonal
4.1.1. Egozentrisch / funktional

Das primäre Verhältnis des Individuums zur Wahrheit ist funktional. Das heißt: Es interessiert sich für die Wahrheit nur soweit sie zu ihm nützen scheint. Im normalen Funktionsmodus ist der Mensch Partei seiner Person. Als solche Partei treibt ihn die Frage um, wie er sich Vorteile verschaffen könnte, die sein persönliches Dasein sichern.

Da die Vorteile, die er gewinnen könnte, der Kenntnis wahrer Fakten und Zusammenhänge entspringen, ist er quasi gezwungen, nach Wahrem Ausschau zu halten. Er tut es aber nicht der Wahrheit, sondern unmittelbaren Vorteilen zuliebe, die eine Kenntnis dieser oder jener Wahrheit mit sich bringt.

4.1.2. Anerkennend / transpersonal

Im Zuge vertiefter Selbsterkenntnis kommt es zu einer Ausweitung des egozentrischen Musters über den Horizont des unmittelbar Nützlichen hinaus. Das Individuum erkennt, dass Wahrheit nicht nur ein untergeordnetes Werkzeug ist, das bei geschickter Handhabung seinen Zwecken dient, sondern eine umfassende Instanz, in die sein eigenes Wesen genauso wie das der übrigen Wirklichkeit eingebettet ist. Das Verhältnis zur Wahrheit wird transpersonal. Das Individuum anerkennt Wahrheit als Wert an sich. Es bleibt ihr auch dann treu, wenn sie im konkreten Fall seinen persönlichen Interessen zuwiderläuft.

4.2. Umgangsarten

Fünf Umgangsarten gestalten den Bezug zum Wahrem im konkreten Fall:

  1. Wahrnehmung
  2. Glaube
  3. Verleugnung
  4. Lüge
  5. Missbrauch

Innerhalb der fünf Kategorien gibt es weitere Unterteilungen, die je nach persönlicher Absicht mehr oder weniger im Vordergrund stehen. Es gibt kaum einen Menschen, der nicht je nach Lage der Dinge alle fünf Kategorien zum Einsatz bringt.

Umgangsarten mit der Wahrheit

Wahrnehmung Glaube Verleugnung Lüge Missbrauch
Weitere Unterteilungen suchen
zulassen
erkennen
bekennen
schlussfolgern
ergänzen
vermuten
ersetzen
wähnen
verbreiten
verteidigen
ignorieren
verdrängen
ausbeuten
irreführen
schützen
auswählen
manipulieren

4.2.1. Wahrnehmung

Wahrheit ist in die Wirklichkeit eingewoben. Sie ist ihr So-und-nicht-anders-sein. Um Wahrheit festzustellen, ist die Wahrnehmung der Wirklichkeit unumgänglich. Erst wenn ich den Baum gesehen habe, entspricht die Aussage Ich habe den Baum gesehen der Wahrheit.

Nachdem Erfahrungen vorliegen, die durch Wahrnehmung gesammelt wurden, kann Wahrheit auch durch Schussfolgerung festgestellt werden:

Abstufungen

Man kann Wahrheit erkennen und sie für sich behalten. Man kann sein Wissen bekennen, indem man es anderen sagt. Und man kann seine Entscheidungen an dem ausrichten, was man für wahr hält. Je nachdem, was man mit der Wahrheit macht, kann das unterschiedliche Folgen haben.

Schlusszufolgern erscheint zunächst als Denkakt. Die Wahrheit wird aber nicht ausgedacht.Holland ist ständig von Deichbrüchen bedroht. Deshalb tragen kluge Holländer Holzschuhe. Da Holz schwimmt, laufen die Klugen auch dann noch umher, wenn das Wasser steigt. Die Dummen ertrinken. Das Gen, das eine Vorliebe für Holzschuhe begründet, wurde in Holland im Laufe der Jahrhunderte herausselektiert. In der Schweiz kommt das Gen kaum vor. Kein Wunder: In Holzschuhen bezwingt man keine Steilwand, um Edelweiß zu pflücken. Und das braucht der Schweizer, damit er seine Liebste überhaupt umwerben kann. Schweizer haben stattdessen eine Vorliebe für Löcherkäse. Warum? Weil sie an den Löchern im Käse die Griffe üben können, durch die sie sich im Fels zum Edelweiß hangeln. Deshalb wird beim Schlussfolgern zwar ge­dacht, das wesentliche Element ist aber ebenfalls ein Wahrnehmungs­akt. Dabei handelt es sich im Gegensatz zu den sinnlich-mittelbaren Ich sehe, was ich für einen Baum halte. um einen unmittelbaren Wahrnehmungsakt. Bei der Schlussfolgerung muss die logische PlausibilitätWenn ich erkannt habe, dass kleine Sachen in große Gefäße passen, kann ich von der Erbse auf die Bohne schließen. des gezogenen Schlusses erkannt werden.

Zur Umgangsart der Wahrnehmung gehören Suche, Zulassen und Bekenntnis. Ich kann das Bündnis mit der Wahrheit ausbauen, indem ich aktiv nach ihr suche. Ich kann es zulassen, indem ich mich nicht sträube. Und ich kann den Vertrag erfüllen, indem ich sie bekenne. Das Bekenntnis kann rein sprachlich sein - indem ich sage: das und das halte ich für wahr. Oder es kann handelnd sein - indem ich tue, was der erkannten Wahrheit entspricht.

Wer Wahrheit vollständig erkennt, wird ihr Werkzeug. Wer ihr Werkzeug ist, ist von der Mühe befreit, zu entscheiden, was er als nächstes machen soll.

Bloßes Erkennen von Wahrheit bleibt intellektuell. Vollständig wahrgenommen ist sie erst, wenn man sie aufnimmt; ihr also Gehör verschafft, weil man die Wahrheit, die man erkannt hat, als sich selbst anerkennt.

Wer lieber glaubt, als sich einzugestehen, dass er nicht wissen kann, hat zumindest sich selbst betrogen. Der Wahrheit nützt es nichts, wenn man für angeblich Wahres, das sich verlässlichem Wissen entzieht, die Hand ins Feuer legt. Für tatsächlich Wahres zu sterben, kann heldenhaft sein. Es für bloß Geglaubtes zu tun, ist oft ein unsinniges Opfer.
4.2.2. Glaube

Nicht immer ist Wahrheit der Wahrnehmung zugänglich. Wenn ich keine Möglichkeit habe, Wahrheit durch Wahrnehmung festzustellen, kann ich vermuten, dass es so oder anders ist. Dann glaube ich etwas, im Wissen, dass es anders sein kann. Die Übergänge zwischen der logischen Schlussfolgerung und der bloßen Vermutung sind fließend.

Ich kann schlussfolgern, dass sich die Neandertaler verbrannt haben, wenn sie ihrem Lagerfeuer zu nah kamen. Ich kann aber nur vermuten, dass sie das Feuer entfachten, um sich daran zu wärmen. Vielleicht haben sie es bloß zum Braten oder als Lichtquelle benutzt; und mochten Kälte so sehr, dass sie seine Nähe ansonsten vermieden.

Bei der Wahrheitsfindung können glauben und vermuten der Ergänzung von Wissens­lücken dienen. Dienen sie der Ergänzung, und bleibt man sich ihrer dienenden Rolle bewusst, erwirbt das Geglaubte sein Recht; weil es tatsächlich höheren Zwecken dient.

Wissen erkennt Zusammenhänge. Dogmatischer Glaube spaltet. Echte Einigung ist nur im Wissen möglich. Die vermeintliche Einigkeit im Glauben beruht auf einer Verleugnung der Spalten.

Oft dienen Glaubensinhalte aber nicht der Ergänzung, sondern ersetzen und verdrängen tatsächlich Gewusstes. Ihr Dienst gilt dann nicht der Wahrheit, sondern deren Beherrschung durch die Willkür von Teilinteressen. Die Willkür des Teiles gegen das Ganze ist beim ersetz­enden Glauben an verschiedenen Merkmalen erkennbar:

Verfährt ein Individuum mit Glaubensinhalten so, als sei ihr Wahrheitsgehalt bewiesen, leidet es unter einem manifesten Wahn.

Anerkennung und Mutwille

Nur das Wahre kann erkannt werden, ohne dass es als Folge der Erkenntnis zerbricht. Wird Falsches erkannt, führt das zu seinem Untergang; denn Falsches ist immer nur Bild. Im Erkennen des Falschen wird das Bild durch Wahres ersetzt und das Wahre als Wahres anerkannt. Das rechte Verhältnis zum Wahren ist daher erfüllt, wenn sein Sosein durch Erkenntnis anerkannt ist.

Selbst wenn wahr ist, was man glaubt, wird Glaube dem Wahren nicht gerecht. Auch wenn das geglaubte Bild dem Wahren entspricht, ist tiefer Glaube Verirrung, weil sich tiefer Glaube an ein Vorstellungsbild hält, das man mutwillig wählt.

In der mutwilligen Wahl greift der Gläubige blind nach der Wahrheit...... das tut er nicht der Wahrheit zuliebe... und verfehlt damit das Wesen des Wahren, das nicht zu ergreifen und festzuhalten, sondern anzuerkennen ist. Glaube ist nur im Recht, wenn er zweifelt. Redlicher Glaube ist vorläufig. Unerschütterlicher Glaube ist Wahn.

4.2.3. Verleugnung

Wahrheit kann angenommen werden: Indem man sie erkennt oder korrekt vermutet. Wahrheit kann zurückgewiesen werden: Indem man sie verleugnet.

Bevor man Wahrheit verleugnen kann, muss man sie zumindest erahnen. Offensichtlich reicht es aus, Wahrheit zu erahnen, damit bereits der Impuls entsteht, sich den ver­traglichen Pflichten zu entziehen, die ihre Anerkennung nach sich zöge.

Je nachdem welche Konsequenzen drohen und welche Tragweite die Anerkennung einer Wahrheit hätte, reicht es entweder aus, das Wahre zu ignorieren oder man verdrängt es aktiv aus dem Bewusstsein.

Zugehörigkeiten

Die Verleugnung von Teilen der Wahrheit dient oft der Erfüllung eines der beiden psychologischen Grundbedürfnisse: der Zugehörigkeit. Weltanschau­liche Gruppen verfolgen politische Ziele und sind zugleich Bündnisse zum Zweck wechselseitiger Vergabe von Zugehörigkeit. Die bindende Weltan­schauung beruht auf einem Gefüge spezifischer Grundannahmen, die oft nur unvollständig oder gar nicht zu beweisen sind. Um das Bündnis zu festigen, werden mythologische Grundannahmen dogmatisch abgesichert. Das heißt: Erkenntnisse, die den Mythos in Frage stellen und damit das Bindemittel gefährden, werden durch Verleugnung abgewehrt. Nicht zu erkennen, dass der König nackt ist, sichert das angenehme Gefühl, unter seiner Herrschaft gut aufgehoben zu sein.

Wer ein Schnitzel isst, mag das Wissen um seine Schuld am Tod des Tieres ignorieren. Wer einen Menschen ohne zwingende Notwendigkeit tötet, verdrängt die Anerkennung seiner Schuld in der Regel aktiv: indem er dem Opfer Schlechtigkeit zuschreibt oder Umstände be­nennt, die die Tat als unvermeidbar beschreiben.

Geschlossene Gesellschaft

Verleugnungseffekte ergeben sich aus dem Bedürfnis des Menschen, sich die Welt abschließend zu erklären. Ungewissheit führt zur Furcht. Wenn wir die Welt erkannt hätten, wäre die Ungewissheit beseitigt. Daher sind wir bemüht, aus drei Puzzlestücken ein Ganzes zu schaffen und bereit, fünf mehr als einmal gerade sein zu lassen.

Haben wir etwas zurechtgezimmert, was einem Viereck ähnelt, stören alle Stücke, die aus dem Viereck ein Zwölfeck machen könnten. Je mehr man sich vom Viereck in den Bann ziehen lässt, desto leichter übersieht man die überzähligen Stücke. Der Mensch mag es nicht, wenn die Wahrheit seinen Bildern widerspricht. Würde er die Wahrheit aber anerkennen, sähe er, dass die Furcht davor nicht nötig ist.

4.2.4. Lüge

Während man sich bei der Verleugnung der Wahrheit nicht vollständig bewusst ist, was man tut, ist die Lüge eine gezielte Manipulation. Man muss die Wahrheit kennen, um lügen zu können.

In der Regel steht die Lüge in klarem Gegensatz zu Wahrheit. Sie wird angewandt, um sich auf Kosten anderer Vorteile zu verschaffen. Dann ist die Lüge ausbeuterisch.

Es kommt vor, dass der Vertrag mit der Wahrheit nur durch eine Lüge erfüllt werden kann. Meistens ist es aber anders.

Die Lüge kann aber auch im Bündnis mit der Wahrheit stehen, nämlich dort wo sie einen Wert gegen zerstörerische Kräfte schützt, die ihrerseitsEin klassisches Beispiel ist der Schutz eines Juden vor dem Zugriff von Rassisten. Wenn der Beschützer des Juden es für wahr hält, dass Antisemiten von Vorstellungen ausgehen, für deren Wahrheitsgehalt es keine Belege gibt, steht die Lüge, die den Aufenthaltsort des Juden verheimlicht, im Bündnis mit der Wahrheit. die Wahrheit igno­rieren. Dann ist die Lüge segensreich.

Ein Großteil der Lügen im Alltag ist weder eindeutig segensreich noch ist er vom blanken Willen beseelt, andere Leute auszubeuten. Viele kleine Lügen, die der Mensch in die Struktur seiner Kommunikationsfelder streut, dienen der Vermeidung gefürchteter Klärungsprozesse.

Insofern sind viele Unehrlichkeiten defensiv.

Zu entscheiden, wann eine Lüge der unmittelbaren Wahrheit vorzuziehen ist, ist eine Aufgabe des Gewissens. Oft bestimmt aber nicht das Gewissen, sondern das Vorteilsdenken des Ego. Das Ego zieht die Notlüge vor, weil es die Person einer momentanen Not entheben will; ohne zu bedenken, dass es sie dadurch zukünftiger NotJörg ist zu Besuch bei seiner Oma. Die Oma fragt, ob ihre sauren Nierchen schmecken. Obwohl es ihm schwerfällt, das Zeug zu schlucken, nickt Jörg beflissen. Beim nächsten Besuch kocht die Oma eine größere Portion. preiszugeben droht.

4.2.5. Missbrauch

Sehr verbreitet ist der Missbrauch der Wahrheit. Dabei wird nicht gelogen, sondern so aus wahren Fakten ausgewählt, das Effekte entstehen, die demjenigen nützen, der die Wahrheit durch absichtliche Selektion missbraucht.

Grundmuster und Umgangsarten

Die Häufigkeit, mit der Umgangsarten zum Einsatz kommen, unterscheidet sich bei beiden Grundmustern.

egozentrisch-funktional anerkennend-transpersonal
Wahrnehmung + ++
Glaube ++ +
Verleugnung ++ -
Lüge + (+)
Missbrauch ++ -

5. Wahrheitsfindung

Die Wahrheitsfindung wird oft durch die Absichten vereitelt, denen man sich verschrieben hat. Was richtig und falsch ist, will man nur soweit wissen, wie es dabei hilft, zu bekom­men, was man haben will.

Ein Funke Wahrheit kann eine Scheune voller Irrtum nieder­brennen; wenn man den Fun­ken im Stroh gewähren lässt.

Eigentlich ist es nicht schwer, Wahrheit zu finden; wenn man sich mit ihr begnügt. Da der Mensch sich aber als Person sieht und deren Vorteil betreibt, meint er oft, dass die blanke Wahrheit kein Garant für seinen Vorteil ist. Das führt dazu, dass er Gegensatz­paare durcheinanderbringt:

5.1. Gegensatzpaare

Bevor man entscheidet, was man tut, beurteilt man die Lage; mal bewusst-reflektiert, mal unbewusst oder reflexhaft-automatisch. Dabei fragt man nach wahr oder unwahr, richtig oder falsch, gut, böse oder schlecht. Eine erste Gegenüberstellung zeigt grundsätzliche Unterschiede auf.

Unterschiede von Gegensatzpaaren

Entscheidung Funktion
wahr-unwahr Benennt die Verlässlichkeit einer Erkenntnis
richtig-falsch Bewertet die Qualität eines Mittels
gut-böse Beurteilt den Wert eines Entscheidungsträgers

5.1.1. Wahr-unwahr

Das Wahre ist unveränderlich und damit gegenwärtig. Es ist der Zeit enthoben. Beim Wahren ist es niemals so, dass es heute wahr ist, morgen aber nicht. Das Wahre wird erkannt und angenommen. Obwohl alles Wahre grundsätzlich im Jetzt als Erkennbares erscheint, wird in der Regel nur ein Bruchteil von ihm wahrgenommen. Die Fähigkeit des Einzelnen, Wahrheit zu erkennen, wird durch die Begrenzungen seines Personseins eingeschränkt. Da der Mensch nur wenig Wahres erkennt, ist er mit dem Erkannten oft unzufrieden. Er unterschätzt den Wert seiner Erkenntnis und steckt sich Ziele, von denen er glaubt, dass sein Leben dort besser wird.

Bedingt oder unbedingt
Das Wahre ist unbedingt, das Richtige bedingt. Das Wahre bedarf keiner Bedingungen, um wahr zu sein. Grundlos ist es, wie es ist. Was man für richtig hält, hängt davon ab, was man bezweckt. Das gilt erst recht für das Gute und Böse. Ob man etwas für gut hält, hängt wesentlich davon ab, wie ernsthaft man nach dem Motiv, es gut zu nennen, fragt, und danach, welche Folgen es, abgesehen vom momentanen Vorteil, den es bringt, noch haben könnte.

Oft wollen wir nicht wissen, was wahr ist, sondern was richtig ist. Dabei übersehen wir, dass man das Richtige umso eher findet, je mehr man weiß, was wahr ist.
5.1.2. Richtig-falsch

Die Entscheidung, ob etwas richtig ist oder falsch, basiert auf einer Absicht. Jeder Absicht entspricht ein Ziel, das die Person definiert, weil sie davon ausgeht, dass sein Erreichen ihrem Vorteil dient. Ziele liegen in der Zukunft. Bei richtig oder falsch geht um die Richtung, die man einzuschlagen hat, um diese oder jene Zukunft erfolgreich anzusteuern.

Um dafür zu sorgen, dass die Zukunft wird, wie es der Absicht entspricht, konzentriert die Person ihre Kraft auf die Umsetzung des Plans. Wahres, das unterwegs erkennbar wird, dem Ziel aber nicht zu dienen scheint, wird über­gangen.

Wer danach fragt, ob das, was er tut, richtig ist, will wissen, ob das Mittel, das er zum Erreichen des Ziels benutzt, geeignet ist. Bei allem, was der Mensch für richtig hält, kann er sich fragen, welchem Vorsatz seine Ausrichtung dient. Fragt er das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er Wahres verfehlt.

5.1.3. Gut-böse

Das Gute passt zu dem, der es als gut bewertet. Das Böse bedroht und verdrängt, und wird deshalb als böse angesehen. Wer eine Kraft, der er ausgesetzt ist, als gut oder böse bewertet, geht davon aus, dass sie in der Lage ist, ihre Wirkung aus sich selbst heraus zu steuern.

Auch das Urteil über gut und böse ist nicht unparteiisch. Es bildet die persönlichen Interessen dessen ab, der es vollzieht. Es ist primär nicht der Erkenntnis verpflichtet, sondern dem Vorteil dessen, der es fällt. Gut-oder-böse will nicht wissen, sondern mächtig sein.

Jeder hat seine eigene Wahrheit. So heißt es oft. Tatsächlich ist es umgekehrt: Jeder hat seine eigene Unwahrheit. Das, was ein jeder von der Wahrheit erkennt und anerkennt, wird durch ein individuelles Muster an Irrtum und Selbstbetrug überlagert.

5.2. Verzahnungen

Im Alltag werden die genannten Gegensatzpaare oft verwechselt. Vor allem wahr und richtig werden gleichgesetzt, ohne zu hinterfragen, welchen Motiven es entspringt, dies oder das für richtig zu halten. Da viele das, was sie für richtig halten, als unbedingte Wahrheit deuten und nicht als von Wünschen bedingt, ist das Unverständ­nis groß, wenn andere die Richtigkeit bezweifeln. Nicht selten folgt der Empörung ein Urteil: dass der Andere böseDabei haftet dem Urteil selbst etwas Böses an. Es will den Kritiker entwerten. ist.

Im Alltag geht oft um praktische Fragen.

Das sind zunächst keine Fragen strenger Wahrheitssuche. Es sind Fragen nach prakti­kabeler Richtigkeit. Und doch: Nur das Wahre, das ich anerkenne, schützt mich bei der Suche nach der Richtung vor Verirrung.