Wer nicht weiß, was er weiß, wird gewusst.

Wahrheit ist die Nahrung der Psyche. Je mehr Irrtum und Lüge sie zu sich nimmt, desto kränker wird sie.

Informationen sind nützlich, wenn man versteht, wofür man sie braucht.

Informationen können Nährstoff oder Treibstoff sein. Sie sind Nährstoff, wenn sie Klarheit schaffen. Sie sind Treibstoff, wenn sie Unruhe stiften, auf die man nicht sinnvoll reagieren kann.

Durch nichts wird mehr gelogen als durch ausgewählte Wahrheit.

Information


  1. Begriffsbestimmung
  2. Wirkungen
  3. Wissen und Einformung
    1. 3.1. Unmittelbare Anschauung
    2. 3.2. Sekundäre Quellen
      1. 3.2.1. Medien
      2. 3.2.2. Direkte und indirekte Information
  4. Selbstbestimmungen
    1. 4.1. Fehlinformation
      1. 4.1.1. Irrtum
      2. 4.1.2. Selbstbetrug
      3. 4.1.3. Lüge
    2. 4.2. Informationelle Selbstbestimmung
    3. 4.3. Mediale Ersatzwelten
  5. Schutz der seelischen Gesundheit

1. Begriffsbestimmung

Information geht auf das lateinische Verb informare zurück. Darin ist das Wort forma = Gestalt, Form, Gebilde enthalten. Somit heißt informieren eigentlich einformen.

Informationen sind formgebende Muster, die Form und Gestalt dessen bestimmen, der sie aufnimmt. Sie prägen sein Bewusstsein, beeinflussen seine Meinungen, formatieren sein Weltbild und richten sein Verhalten auf bestimmte Ziele aus; ungeachtet dessen, ob sie zutreffen oder in die Irre führen.

Von der Information zur Manipulation

Information heißt Einformung. Information wird zur Manipulation, wenn ihr formender Effekt gezielt eingesetzt wird, um den Informierten in seinen Entscheidungen zu beeinflussen. Merkmale der Manipulation sind:

Unparteiisch auszuwählen ist bei gesellschafts­politischen Themen eine schwierige Kunst, Absichten offen einzugestehen eine seltene Tugend. Sowohl auf die Tugend als auch auf die Ausübung der Kunst wird gerne verzichtet, weil beide die Macht der Manipulation untergraben.

2. Wirkungen

Informationen können zutreffend oder irreführend sein. Zutreffende Informationen verbessern die Möglichkeit des Informierten, im eigenen Interesse zu handeln. Zutreffende Informationen richten die Form des Informierten so aus, dass sie wie ein Schlüssel zur Form der Wirklichkeit passt und es ihm so ermöglicht wird, Türen zu öffnen. Falsche Informationen erzeugen falsche Schlüssel. Sie führen damit in die Irre.

Man sagt: Ich verfüge über Informationen. Die ganze Wahrheit ist das nicht. Es stimmt auch umgekehrt: Informationen verfügen über mich.

Informationen formen nicht nur das Leben dessen, der unmittelbar durch sie beeinflusst wird, sondern auch das anderer Personen... und durch die Vernetzung zwischen­menschlicher Interaktionen steuern sie die Entwicklung ganzer Kulturen.. Hätte Anselm nie vom Gold in Afrika erfahren, wäre Bertrams Leben anders verlaufen... und Franzl, Bertrams Sohn mit Resel, wäre gar nicht auf der Welt..

Fehlinformationen und ihre Folgen
Falsch oder unvollständig informiert zu sein, ist gefährlich. Das gilt im Großen wie im Kleinen.

3. Wissen und Einformung

Wissen beruht auf der Kenntnis realer Sachverhalte. Damit ist es Grundlage wirksamen Handelns. Man sagt zu Recht: Wissen ist Macht.

Wissen macht vor allem mächtig, wenn es sich auf Sachverhalte bezieht, die wir beein­flussen können. Wissen wir von Dingen, auf die wir keinen Einfluss haben, kann das uns ebenfalls stärken; indem es die Basis des Urteilsvermögens verbreitert.

Da Wissen aber nur mächtig macht, wenn es Wirklichkeit erkennt, stellt sich die Frage, woher es stammt. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, Wissen zu erwerben:

  1. Unmittelbare Anschauung
  2. Vermittlung aus sekundären Quellen
3.1. Unmittelbare Anschauung

Wissen wird entweder unmittelbar durch eigene Wahrnehmung erworben oder es wird durch vorgefertigte Information vermittelt. Erfahren wir von einer Sache durch eigene Anschauung, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die gewonnene Kenntnis über­wiegend der Wahrheit entspricht; zumindest soweit wir bei der Anschauung unvor­eingenommen sind. Aus solchem Wissen entsteht ein Weltbild, aus dem heraus wir das Leben sinnvoll gestalten können.

3.2. Sekundäre Quellen

Ein großer Teil unseres "Wissens" erreicht uns nicht durch unmittelbare Anschauung, sondern durch vorgefertigte Information. Vorgefertigte Informationen sind jedoch oft von zweifelhaftem Wert oder gar schädlich.

Gute und böse Sender
In Deutschland gibt es kein Staatsfernsehen. So etwas gibt es in Russland, Nordkorea, dem Iran und Obervolta. Aber nicht bei uns! Richtig, aber nicht ganz. Bei uns heißt es anders: öffentlich-rechtlich. Ein hübscher Name; verheißt er doch, dass es bei uns mit rechten Dingen zugeht und dem Meinungs­austausch ein unparteiisches Medium offensteht. Das ist Illusion. Das Programm öffentlich-rechtlicher Sen­der wird spürbar von Parteien zensiert. Viele haben den Eindruck, dass solche Sender es zunehmend als ihre Aufgabe ansehen, amtlich erwünschte SichtweisenZu diesen Sichtweisen gehört auch die Bezeichnung jener ausländischen Sender als "Staatsfernsehen", deren informative Unparteilichkeit man im Gegensatz zur eigenen bezweifelt wissen will. zu verbreiten. Vor allem bei kontrovers diskutierten gesellschaftlichen Themen werden sie mehr und mehr zu Propagandaorganen politischer Konformität. Die Trennlinie zwischen Information, Meinungsäußerung und Belehrung verschwimmt. Gemeldet wird, was zur Wirkung passt, die der Sender bei seinen Zuschauern erzeugen will.

Hand aufs Herz
Es ist richtig, öffentlich-rechtliche Sender dafür zu schelten, dass sie oft mehr Hofberichterstattung betreiben als kritischen Journalismus. Es ist aber auch Tatsache, dass jeder, der über gesellschaft­liche Themen spricht, bereits Mitglied und somit parteiischer Betrachter der Gesellschaft ist.Was übrigens auch für den Autor dieser Zeilen zutrifft, der gewiss öfter objektiv tut, als er in der Lage ist, es zu sein. Eine objektive Berichterstattung über solche Themen ist daher gar nicht möglich. Manchem Betrachter gefiele es jedoch gut, wenn ihm das Bemühen um redliche Information ein wenig mehr ins Auge fiele.

3.2.1. Medien

Früher lag das Informationsmonopol in der Hand weniger. Was für wahr zu halten war, bestimmten Kaiser und Kirche. Dementsprechend waren die meisten Menschen seelisch krank. Im Interesse Mächtiger wurden sie durch wirklich­keitswidrige Bilder verformt. Die Gewalttätigkeit vergangener Epochen ging mit der Verursachung seeli­scher Störungen durch monopolisierte Fehlinformationen Hand in Hand.

Heute ist manches besser. Das Recht zu informieren ist demo­kratisiert. Trotzdem ist eine gedankenlose Akzeptanz von Informationen nicht angebracht.Auch nicht solcher, die der Autor dieser Webseite selbst verbreitet... Vertrauen Sie lieber dem eigenen Verstand.

Die sogenannte Informationsgesellschaft wird durch Medien mit Denkmustern überschwemmt. Tatsächlich leben wir aber nicht nur in einer Gesellschaft, die jedem eine Vielzahl von Informationen zur Verfügung stellt, sondern auch in einer, deren Wertvorstellungen durch Interessensgruppen selektiv beeinflusst werden. Das Weltbild solcher Gruppen wird durch Medien vermittelt, deren Zielsetzung es nicht selten ist, Angst und Gier zu verbreiten... oder aber Ängste und Zweifel zu zerstreuen, damit die sieben Geißlein vor dem Bildschirm folgsam sind.

Da seelische Gesundheit einerseits durch Angst und Gier, andererseits durch infor­mative Vernebelung gefährdet wird, kann das Wohlbefinden des Einzelnen durch den Konsum manipulativer Informationen beeinträchtigt werden.

3.2.2. Direkte und indirekte Information

Bei der direkten Information ist der übermittelte Inhalt offensichtlich. Direkte Informationen haben einen unmittelbaren Sachbezug. Die Gefahr, durch einen Bericht über den Lebenszyklus einer Murmeltierkolonie fremdbestimmt zu werden, ist gering. Zu bedenken ist allerdings, dass auch direkte Informationen durch die Auswahl derer, die sie liefern, in die Irre führen können. Dazu zählt offene oder verkappte Propaganda für dieses oder jenes Weltbild. Immerhin fällt es relativ leicht, direkten Informationen gegenüber Stellung zu beziehen.

Anders ist das bei indirekten Informationen. Indirekte Informationen sind Einfor­mungsmuster, die den Beiträgen der Medien beiläufig inneliegen. Dazu gehören sugges­tive Fehlinformationen der Werbung ebenso wie arrangierte, fiktive oder selektiv in den Vordergrund geschobene Beziehungsmuster, die durch Fernsehsendungen vermittelt werden. Indirekte Informationen werden oft unbewusst ins eigene Weltbild über­nommen.

Grundregel

Je mehr man über Sie weiß, desto besser kann man Sie formen.


Selbstbestimmung

Bei der informationellen Selbstbestimmung geht es zunächst um die Frage, ob der Einzelne selbst bestimmen kann, wer wie viel über ihn wissen darf. Eigentlich geht es aber um mehr. Es geht nicht nur um das Verfügungsrecht über Daten. Es geht um das Verfügungsrecht über die Person. Es geht um die Freiheit des Einzelnen, über sich selbst zu bestimmen.


Während im persönlichen Bereich ein wechselseitiges Wissen übereinander für das Wohlbefinden der Beteiligten förderlich ist, geht von jeder Asymmetrie des Wissensstands eine potenziell schädliche Wirkung aus.


4. Selbstbestimmungen

Selbstbestimmung ist eine unentbehrliche Grundlage seelischer Ge­sundheit. Sie ist so grundlegend, dass sie einen Pol des seelischen Grundkonflikts repräsentiert. Selbstbestimmung bedeutet zweierlei:

  1. herauszufinden, wie man selbst ist
  2. festzulegen, wie man sich der Wirklichkeit gegenüber verhalten will

Das erste Thema fragt danach, wie die eigene Form ist, das zweite legt fest, wie sie sein soll. In beiden Fällen geht es um Formen. Deshalb gibt es eine Wechselwirkung zwischen Selbstbestimmung und der Einformung durch Informationen. Wofür ich mich halte und wie ich sein will, hängt von den Informationen ab, die ich aufnehme.

4.1. Fehlinformation

Erfolgreiche Selbstbestimmung ist auf zutreffende Informationen ange­wiesen...

Fehlinformationen über beide Wirklichkeitsbereiche vereiteln erfolg­reiche Selbstbestimmung. Sie machen seelisch krank.

Fehlinformation, also wirklichkeitswidrige Einformung des Welt- und Selbstbilds, stammt aus drei Quellen:

  1. Irrtum
  2. Selbstbetrug
  3. Lüge
4.1.1. Irrtum

Da der geistige Horizont selbst des Klügsten um siebenundneunzig Zehnerpotenzen hinter der Komplexität der Erscheinungswelt und dem Gewebe ihrer Kausalitäten zurückbleibt, ist der Irrtum ein ständiger Begleiter menschlichen Tuns. Daher sind ein primärer Irrtum und Myriaden sekundärer Irrtümer an der Tagesordnung.

Bei der Fehlinformation spielt das Nicht-wissen-wollen oft eine größere Rolle als das Nicht-wissen-können.
4.1.2. Selbstbetrug

Wir irren uns nicht nur, wir klammern uns sogar daran; denn Wahrheit ist nicht immer das, was uns auf Anhieb wünschenswert erscheint. Die menschliche Psyche betreibt ein ganzes Bündel sogenannter Abwehrmechanismen, deren Aufgabe es ist, Erkenntnisse auszublenden, die die Gestalt des bislang Gedachten in Frage stellen. Da jede Information die Form des Eingeformten verändert und jeder Eingeformte mit jener Form identisch bleiben will, mit der er sich gleichsetzt, haben die Abwehrmechanismen alle Hände voll zu tun, um ein gefühltes Fremdbestimmtsein durch unliebsame Erkenntnisse zu verhindern. Selbstbetrug gibt man nur soweit auf, wie man sich selbst als Wahrheit erkennt.

Die geschickteste Art zu lügen ist es, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu sagen... wenn man die verkündete Wahrheit so auswählt, dass sie dem eigenen Vorteil auf Kosten anderer dient und Wahrheiten verschweigt, die dem widersprechen. Da man beim Wahrheit­verkünden leicht übersehen kann, wie gut sich damit lügen lässt, ist kaum jemand, der über komplexe Zusammenhänge Wahres berichtet, in der Lage, der Wahrheit wirklich treu zu sein.
4.1.3. Lüge

Absicht jeder Lüge ist die Fremdbestimmung des Belogenen; entweder um den Beloge­nen auszubeuten oder um eigenes Fremdbestimmtsein durch ihn abzuwehren.

4.2. Informationelle Selbstbestimmung

Der Begriff informationelle Selbstbestimmung beschreibt das Recht, über Preisgabe und Verwendung persönlicher Daten selbst zu entscheiden. Die Selbstbestimmung, um die es dabei geht, reicht über das Schicksal von Daten hinaus. Vielmehr geht es um die Selbst­bestimmung dessen, dessen Daten preisgegeben bzw. von anderen in Besitz gebracht werden. Je mehr der eine über den anderen weiß, desto besser kann er Maßnahmen ergreifen, um das Verhalten des anderen gezielt zu beeinflussen.Wir können sicher sein, dass er dabei im Regelfall eher den eigenen Vorteil bedenkt, als den des Beeinflussten.

Im Falle der Werbung handelt es sich bei den Maßnahmen um direkteSüdsee-Tage bei Rewe: Mangos für 1,49. und indirekteEin Mango verzehrender Adonis in Bermuda-Shorts wird von 149 Südsee-Schönheiten mit verzehrenden Blicken bewundert. Informationen, also Einformungsmuster, die dem Ausge­spähten zugeführt werden, um sein Verhalten fremd­zubestimmen.

Was im Falle der Werbung harmlos klingt, wird brisant, sobald man vom Mangokonsum ins Politische weiterdenkt. Primäres Ziel politisch motivierter Datensammler ist ebenfalls Fremdbestimmung. Sie verschaffen sich Macht über andere, um deren Selbst­bestimmung zu verhindern. Die Gefahr ist dabei groß, dass der Obrigkeit der Schutz des Einzelnen weniger am Herzen liegt, als der reibungslose Ablauf staatlicher Funktionen.Früher gab es einmal ein Briefgeheimnis. Da heute der Großteil der mittelbaren Kommunikation über das Internet läuft und die repräsentative Demokratie es zulässt, dass Jedermanns Kommunikation überwacht und aufgezeichnet wird, ist das Briefgeheimnis de fakto abgeschafft. Falls es Sie grämt, dass niemand Sie beachtet, können Sie diesen Umstand für sich nutzen: Verschicken Sie ein paar Emails, in denen die Begriffe Bombe, Umsturz und Trinitrotoluol vorkommen. Schon beachtet sie der BND. Wollen Sie internationale Anerkennung, dann setzen Sie USA und Präsident dazu.

Nährstoff oder Treibstoff
Medienprodukte können Nährstoff oder Treibstoff sein. Sie sind Nährstoff, wenn sie Aspekte der Wirklichkeit erkennbar machen, und es dem Betrachter dadurch erleichtern, sich selbst in der Wirklichkeit besser zu bestimmen.

Medienprodukte sind Treibstoff, wenn sie darauf ausgerichtet sind, Affekte und Impulse hervorzubringen, die das eigentliche Erleben des Betrachters dergestalt ersetzen, dass er dabei von sich abkommt.

4.3. Mediale Ersatzwelten

Selbstbestimmung ist nicht selbstverständlich. Das Selbst, das bestimmt werden kann, erstreckt sich über mehrere Etagen. An der Oberfläche besteht es aus Gedanken und Vorstellungsbildern, weiter unten aus Gefühlen, Stimmungen und Impulsen. Noch tiefer wird man auf persönlichkeits­prägende Urteile, Wertvorstellungen und grundsätzliche Überzeugungen treffen; und jenseits davon verschwimmt das Selbst in ein ewiges Geheimnis, dem man sich nur mit größter Achtsamkeit nähern kann.

Medienkonsum ist heute gang und gäbe. Dadurch füllt sich die Oberfläche des Bewusstseins mit angebotenen Bildern. Die Bilder können thematisch nah am Leben des Betrachters liegen. Dann bereichern sie ihn, ohne ihn von sich selbst zu entfremden. Die Bilder können den Betrachter aber auch in eine Ersatzwelt führen. Entweder sind das Ausflüge, von denen er schadlos zurückkehrt, oder er vergisst sich im Trubel virtueller Erlebnisse und entsprechender Gefühle. Dort gibt es keine Chance, mit sich selbst im Reinen zu sein.

5. Schutz der seelischen Gesundheit

Informationsvergiftung

Auch bei der Datenmenge, die die Psyche erreicht, macht die Dosis das Gift. Kommt mehr Information, als die Psyche verarbeiten kann, sind Funktionsstörungen zu befürchten.


Sie sind die Wahrheit. Weisen Sie alles Falsche von sich. Dann entdecken Sie sich selbst.

Der Vergleich sei erlaubt: Das Gehirn entspricht der Hardware, die Psyche dem Betriebssystem. Informationen sind Programme, die das Betriebs­system ausführt.

Halten Sie es für empfehlenswert, es Unbekannten auf der anderen Seite der Informationskanäle zu überlassen, welche Programme bei Ihnen installiert und ausgeführt werden? Wohl kaum. Schützen Sie sich durch eine Firewall:

Kurz gesagt: Wählen Sie achtsam aus, womit Sie Ihre Psyche füttern.