Wer glaubt, ohne zu wissen, dass er vermutet, geht bereits in die Irre. Falscher Glaube fordert Vertrauen, wahrer vertraut und zweifelt zugleich.

Wer sucht, kann nicht nur glauben. Wer nur glaubt, kann nicht sehen.

Was Menschen voneinander trennt, sind niemals die Gene. Es ist der Glaube, dass Abstammung und Herkunft bedeutsam sind.

Im Einzelnen kommt das Eine zum Ausdruck. Was das Recht des Einzelnen einschränkt, sich eigenständig zum Einen auszurichten, stellt sich gegen das Eine.

Vor dem Einen ist das Einzelne unbedeu­tend. Da das Eine aber in jedem Einzelnen ist, tut der Einzelne gut daran, das Einzelne so zu achten, wie es der Gegenwart des Einen zukommt.

Glaube


  1. Begriffsbestimmung
  2. Von der Vermutung zur Behauptung
    1. 2.1. Ein Sündenfall
      1. 2.1.1. Dienst oder Herrschaft
  3. Glaube und Bekenntnis
  4. Glaube und Erkenntnis
  5. Dogmatischer Glaube und seelische Gesundheit
    1. 5.1. Wahn
      1. 5.1.1. Ich-Grenzenstörung
      2. 5.1.2. Spaltung und Projektion
    2. 5.2. Depression
    3. 5.3. Zwang
    4. 5.4. Persönlichkeitsstörung
      1. 5.4.1. Sadomasochistische Grundthematik
    5. 5.5. Positive Wirkungen

1. Begriffsbestimmung

Der Begriff Glaube geht auf germanisch ga-laubjan = für lieb halten, gutheißen zurück. Derselben sprachlichen Wurzel entspringt das Verb glauben im Sinne von für wahr halten, vermuten. Eine weitere Bedeutungsfacette des Glaubens ist das Vertrauen. Wer jemandem glaubt, vertraut ihm. Schon in der vorchristlichen Zeit wurden beide Motive auf das Verhältnis des Menschen zum Göttlichen angewandt.

  1. Die Hinwendung zur Gottheit ging von der Vermutung aus, dass über der sinnlich erfahrbaren Realität eine höhere Ebene liegt, die Sinn, Wert und Schicksal der Menschenwelt mitbestimmt. Der Gläubige hielt die Existenz dieser Ebene für wahr, obwohl sie sich der Beweisbarkeit entzieht.

  2. Gewissensentscheid

    Das Gewissen ist die höchste InstanzWohlgemerkt: Die höchste Instanz ist das Gewissen und kein Geglauben. Die Sprache weiß, dass das Wissen über dem Glauben steht. Dogmenglaube leugnet es; weil er das Gewissen untergraben will. des Geistes. Im Wort Gewissen trifft man auf die Silbe Ge-. Ge- zeigt eine Versammlung an. Das Gewissen ist eine Versammlung des Wissens. Die Versammlung des Wissens entscheidet, wenn alles Wissen aufzu­bieten ist, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Für einen gewissenhaften Entscheid ist das Wissen über den Unterschied von Wissen und Glauben beizuziehen. Einen Glaubensinhalt entgegen dem Wissen, dass glauben unsicher ist, für sicher zu halten, ist gewissenlos. Jeder Dogmenglaube fördert die Bereitschaft, gewissenlos zu handeln.


    Ein Glaube, der glaubt, dass er selbst bereits Tugend ist, ist pervertierte Moral.

  3. Die Hinwendung zur Gottheit war von der Zustimmung zu deren Wirken und Position getragen. Der Gläubige hieß die Macht Gottes gut. Der guten Macht vertraute er sich an. Er wandte sich dem Göttlichen in der Erwartung zu, von dort Schutz, Wohlmeinen und Liebe zu erfahren.

2. Von der Vermutung zur Behauptung

Wo Wissen endet, kann man Vermutungen anstellen. So ergänzt man vorläufig ein lückenhaftes Bild der Wirklichkeit. Wenn man Wissen und Vermutung auseinander hält, ist Glaube ein nützliches Werkzeug religiöser Erkenntnis. Redlicher Glaube zeigt in die Richtung wo Erkenntnis zu finden ist.

Der sprachgeschichtliche Ursprung des Begriffs weist darauf hin, dass man beim Glauben von Wünschen geleitet wird. Lückenhafte Weltbilder ergänzt man nicht sachlich. Man füllt sie so auf, dass ein Bild entsteht, das man gutheißt.

Was man will oder nicht, was man gutheißt oder ablehnt, hängt von den Ängsten und Sehnsüchten des Ego ab. Eine Person glaubt nie selbstlos. Ihr Glaube ist an der Erwartung persönlicher Vor- und Nachteile ausgerichtet. Er dient zumindest als Erklärungsmodell für das eigene Erleben.

Demut heißt, nichts zur Gewissheit zu erklären, was man nicht selbst erkennt.

Zu bezeugen, dass dieser oder jener Prophet der Gesandte Gottes ist, obwohl man bei der Ernennung des vermeintlichen Propheten durch Gott nicht zugegen war, heißt, ein falsches Zeugnis abzulegen.

Etwas zu glauben, weil es absurd istCredo quia absurdum est = Ich glaube, weil es absurd ist. Dabei handelt es sich um ein geflügeltes Wort, das vermutlich im 17. Jahrhundert entstand und möglicherweise auf Tertullians certum est, quia impossibile = es ist sicher, weil es unmöglich ist zurückgeht. Es dient den Vertretern der christlichen Dogmatik zur Leugnung von Erkenntnissen, die ihre Macht gefährden., ist ein Aufstand gegen das Göttliche. Es setzt das Ich und seinen Eigensinn über jene Wirklichkeit, die sich tatsächlich offenbart.

Was Dogmen bejaht ist Götzendienst, weil es die Unbestimmbarkeit des Heiligen durch benennbare Formen ersetzt. Jedes Bestehen auf begrifflich Erfassbarem geht mutwillig am Heiligen vorbei.

Da sich wahrer Glaube auf wahre Religion bezieht und wahre Religion auf Ganzheit ausgerichtet ist, formuliert wahrer Glaube keine Behauptung, die einen innerweltlichen oder eschatologischenDie Eschatologie stellt Vermutungen über das endgültige Schicksal des Menschen im Kosmos an; zum Beispiel: ob er im Himmel oder in der Hölle endet. Ausschluss Andersdenkender benennt. Hölle oder Strafgedanke sind wahrem Glauben wesensfremd.
Falschen Glauben erkennt man daran, dass er Ungläubigen mit Strafe droht.
2.1. Ein Sündenfall

Beim Übergang von der heidnischen zur politische Religion beging der Glaube einen Sündenfall. Es ließ die Tatsache außer Acht, dass er Vermutung und keine Gewissheit ist.

Der Abfall des Geistes aus der Glaubensdemut in den Trotz war ein Werk des Ego. Das Ego machte aus der Vermutung, die sich von unten nach oben... nämlich vom Menschlichen zum Heiligen. wandte, ein Dogma, das von oben herab absolute Macht für sich in Anspruch nahm. Auf der Suche nach seinem Vorteil macht es den eigenen Glaubensinhalt verbindlich. Das politisch religiöse Ego verlangt, dass jeder genau das gutheißt, was es für sich selbst für gut hält. In der politischen Religion hat das Eigeninteresse des Ego sich selbst zu Gott erklärt.

2.1.1. Dienst oder Herrschaft

Zwischen wahremEs gibt nur einen wahren Glauben. Sein Credo lautet: Jeder ist Ausdruck des Einen. Wird darüber hinaus etwas zur Gewissheit erklärt, ist das Sünde oder Verirrung. Bei denen, die es besser wissen könnten, ist es Sünde, bei allen anderen Irrtum. und dogmatischem GlaubenJeder dogmatische Glaube ist eine rechen­schaftslose Willkürentscheidung. Er ist stets falscher Glaube, weil die Gewissheitsbehauptung des Dogmas gegen das Wesen des Glaubens verstößt. gibt es große Unterschiede. Wahrer Glaube respektiert das Wesen des Glaubens. Er geht nicht über das hinaus, was ihm möglich ist. Er beschränkt seine Vermutungen auf das, was der Suche nach religiöser Erkenntnis dient. Wahrer Glaube erklärt nichts zur Gewissheit, was für das religiöse Anliegen überflüssig ist und damit das Risiko des Irrtums erhöht, ohne dass das erhöhte Risiko die Hinweisfähigkeit des Glaubensinhalts verbessert.

Wahrer und falscher Glaube

Wahrer Glaube... Dogmatischer Glaube...
deutet an.Wahr kann nur eine Glaube sein, der sich nicht zur Wahrheit erklärt. Wahrer Glaube bleibt Glaube in Demut, der sich seine Hinfälligkeit vor dem Göttlichen eingesteht, statt im Hinfallen Demut zu heucheln. Glaube, der sich zur Wahrheit erklärt, kniet vor sich selbst. Er verleugnet im Knien das Höchste. malt aus, legt fest.
deutet den Menschen als Subjekt göttlichen Ausdrucks. erklärt den Menschen zum Objekt göttlicher WillkürWobei auch der Gnadenakt Willkür ist..
sucht religiöse Erkenntnis, aber beansprucht keine Herrschaft über sie. beansprucht Herrschaft für sich selbst.
ist bereit, Erkenntnis Platz zu machen. Respektiert Wahrheit. fordert, dass sich Erkenntnis seiner Vorgabe fügt. Legt fest, was als wahr zu gelten hat.
fasst sich als vorübergehend auf. Formuliert sich um, wenn neue Erkenntnisse es ihm nahe legen. beschreibt sich als Endpunkt und Selbstzweck.
verurteilt niemanden, der ihn nicht bestätigen will oder kann. verurteilt jeden, der ihm nicht folgt.
ermuntert den Einzelnen beharrlich zu zweifeln. hält Zweifel an seinem Wahrheits­gehalt für so verwerflich, dass er Zweiflern jeden Wert abspricht.
interessiert sich dafür, wie andere die Dinge sehen. predigt Gewalt gegen Andersdenkende.
schließt nur ein. schließt ein und aus.
scheut vor der Definition fester Formen zurück. legt spezifische Rituale, Trachten und Gebetsformeln fest.
wählt aus allen Quellen, was ihm nützlich erscheint. verknüpft seine Identität mit besonderen Personen und Mythen.

Wahrer Glaube meidet das Konkrete, weil er nach dem Unbedingten sucht.

Der Gott, dessen Ausdruck Sie sind, steht über dem Gott, an den Sie glauben.
Zweifel

Man kann daran zweifeln, dass Gott existiert.Der Begriff Existenz ist hier nur als Hilfsmittel in Gebrauch. Tatsächlich geht das Sein des Göttlichen über die Existenz hinaus. Es existiert durch Existierendes, endet aber nicht an dessen Grenze. Existierendes ist Ausdruck, Mittel und Erscheinungsform des Göttlichen, aber nicht dessen Identität. Ist der Zweifel berechtigt, macht er jedoch nur Sinn, wenn er dazu dient, sich aus geistiger Eigendynamik heraus Endgültigem zuzuwenden. Sinn wird hier von Zweck unterschieden. Zweck ist der kleine Bruder des Sinns. Zweck zielt auf ein vorübergehendes Ergebnis ab. So ist es zweckdienlich, Geschirr zu spülen. Der Zweifel an Gott kann also zweckdienlich sein, um die Aufmerksamkeit auf Vorläufiges zu fokussieren.

Sinn fragt als großer Bruder nicht nach dem Vorübergehenden. Sinnvoll ist, was Endgültigem dient. Wenn es keinen Gott gibt, hat nichts einen Sinn. Also auch nicht der Zweifel. Nur wenn Gott existiert, kann der Zweifel an seiner Existenz sinnvoll sein. Der Zweifel an Gottes Existenz macht nur Sinn, wenn er sich irrt.

Gottes Existenz nicht zu bezweifeln, macht ebenfalls Sinn. Nicht daran zu zweifeln, dass die Wirklichkeit sinnvoll ist, schützt vor Entscheidungen, die das Ganze missachten. Auch ohne Gewissheit davon auszugehen, dass die Wahl des Handelns über den Tod hinaus Sinn macht, ist Glaube, der sich nicht verirrt hat.

3. Glaube und Bekenntnis

Wie leicht wäre es...

... die Menschheit ohne Gewalt vom christlichen Glauben zu überzeugen, gäbe es einen Missio­nar, der selbst ein Senfkorn Glauben hätte.

Matthäus 17, 20: *
Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Geh von da weg dorthin!, und er wird weggehen, und nichts wird euch unmöglich sein.

Markus 16, 17:*
Als Zeichen aber werden denen, die glauben, diese zur Seite sein: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, mit neuen Zungen reden... und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden.

An die Bibel kann nur glauben, wer nicht zur Kenntnis nimmt, was sie verkündet.

Was aber, wenn Sie willens sind, an den lila Haarwuchs zu glauben? Glauben Sie es dann? Glauben Sie, weil Sie zu glauben entschlossen sind? Nein, Sie glauben es immer noch nicht.

Man kann feststellen, was man glaubt. Entscheiden, was man glaubt, kann man aber nicht. Was man glaubt, ergibt sich spontan aus dem, was man für realistisch hält. Und das, was man für realistisch hält, hängt davon ab, was man weiß und was man sowieso schon glaubt.

Da man nicht entscheiden kann, was man glaubt, ist bloßer Glaube moralisch bedeutungslos.

Obwohl man sich inhaltlich nicht zum Glauben entscheiden kann, ist das Bekenntnis zu einem vorge­gebenen Glaubensatz gemäß mono­poltheologischerMonopoltheologien sind Glaubensbekenntnisse, die ihren Vertretern das alleinige Recht zusprechen, zwischen Mensch und Gott zu vermitteln. Lehre der ent­scheidende Schritt zwischen Lohn und Strafe. Gewiss: Je weniger man weiß, desto eher kann man glauben. Wer aber zu viel weiß, kann nur noch so tun, als ob. Jedes Glaubensollen hält den Menschen dumm oder macht ihn falsch.

Geistiges Durcheinander

Der Begriff Teufel geht auf das griechische dia-ballein (δια-βαλλειν) = durcheinander-werfen zurück. Teuflisch im theologischen Sinne ist eine Kraft, die jene Ordnung durcheinanderbringt, die vom Heiligen ausgerichtet ist. Da sich religiöser Glaube auf die absolute Ordnung bezieht und wahrer Glaube Vermutung und nicht Urteil bedeutet, verstößt jeder, der einem Glauben zustimmt, der sich für endgültig hält, gegen die Ordnung der höchsten Wirklichkeit.

Im Gegensatz zum falschen Glauben spielt das Bekenntnis beim wahren Glauben keine Rolle. Wahrer Glaube zielt auf religiöse Erkenntnis ab. Die Beitrittserklärung zu einer weltanschaulichen Gruppe führt aber zu keiner Erkenntnis. Sie hat für wahren Glauben keine Bedeutung.

Diskussionen zwischen Menschen, die nach Erkenntnis suchen und jenen, die an Lehrsätze glauben, sind unfruchtbar. Zum Wesen des programmatischen Glaubens an Lehrsätze gehört die Weigerung, Argumente gelten zu lassen, die seine Bilder infrage stellen. Dogmatischer Glaube ist blinder Geist. Sein Ziel ist nicht, im gemeinsamen Ringen um Wahrheit Wahrheit zu erkennen. Es ist sein Ziel, die eigene Blindheit weiter­zuverbreiten.


Funktion dogmatischer Lehrsätze kann sein, Verwirrung zu stiften, damit man durch die Preisgabe der Lehrsätze Gott finden kann.

Erkenntnisphobie

Zum Konzept abrahamitischer Kulte gehört der Mythos vom Sündenfall. Als Ursünde des Menschen wird sein Interesse an den Früchten der Erkenntnis betrachtet. Die Logik des Mythos ist klar. Es soll nicht erkannt, sondern geglaubt werden. Als Folge der Identifikation mit den Lehren abrahamitischer Kulte entsteht eine psychogene geistige Behinderung bezüglich theologischer Themen. Erkenntnisse, die dem Glaubensbild widersprechen, unter­liegen der Zensur einer Erkenntnisphobie.


Das Wesen des Geistes liegt im Befragen der Wirklichkeit. Wer statt zu fragen zustimmt, hat sich vom Geistigen abgewandt.

4. Glaube und Erkenntnis

Es gibt zwei grundsätzliche Ausrichtungen des Geistes: Der eine heißt glauben, der andere heißt sehen. Sie können sich zwar wechselseitig zu einem WeltbildWeltbilder setzen sich sogar regelmäßig aus Erkanntem und Geglaubtem zusammen. ergänzen. Zeitgleich schließen sie einander aber aus.Der Zeuge wird vor Gericht gefragt: Haben Sie den Sachverhalt gesehen oder glauben Sie bloß, dass er so vonstatten ging?

Glaube ist ein Fürwahrhalten von Vorstellungsbildern. OffenbarungsglaubeOffenbarungsglaube ist ein Glaube an die Unverrückbarkeit vermeintlich offenbarter Glaubenssätze. ist darüber hinaus ein unbedingtes Beibehalten-wollen solcher Bilder. Deshalb benutzt der Glaube geistige ZensurWie radikal die Weigerung des Glaubens ist, Unerwünschtes zur Kenntnis zu nehmen, verdeutlicht die Bergpredigt.

Matthäus 5, 29:*
Wenn dein rechtes Auge dir zum Ärgernis wird, so reiß es aus und wirf es von dir...

Jesus hat mit diesem Auge nicht das Sehorgan am Schädel gemeint. Er meinte die Fähigkeit, etwas zu sehen, was dem Geglaubten widerspricht oder die Blindheit des Glaubens gefährdet. In der Hoffnung auf himmlischen Lohn predigt das gläubige Ego Hass gegen das Vermögen zur eigenständigen Erkenntnis. Der Mensch soll nicht sehen und sich gegebenenfalls am Erkannten neu ausrichten. Er soll Vorgegebenes glauben.
. Er beseitigt, was nicht in sein Bild passt.

Erkennen ist Zurkenntnisnahme der Wirklichkeit. Wer Erkenntnis sucht, versucht Wirkliches zu sehen. Echtes Sehen ist das Verwerfen bloßer Bilder. Wer sehen will, hält im Gegensatz zum Bildergläubigen Ausschau nach dem, was nicht ins Bild passt. Nur so kann das Bild aufgelöst werden. Und nur wenn man Bilder auflöst, kann man Wahrheit erkennen. Sonst bleibt der Blick von Vorstellungen verstellt.

Bei der spirituellen Suche, sucht man nach Endgültigem. Endgültiges wird nicht erkannt, indem man Konkretes dazu erklärt. Es wird erkannt, indem man ihm Platz macht. Platz machen heißt: Das Wahrnehmungsfeld nicht mit dem zu füllen, was bloß vorübergeht. Nur wer Endgültiges erkennen will, statt daran zu glauben, anerkennt seine Endgültigkeit.

5. Dogmatischer Glaube und seelische Gesundheit

Die Übernahme dogmatischer Glaubensinhalte ins eigene Weltbild hat für die seelische Gesundheit breit gefächerte, teils dramatische Folgen. Zu nennen sind Wahn, Depressionen, Zwangs- und Persönlichkeitsstörungen.

Dabei hat die wahnhafte Störung oft gefährliche Auswirkungen. Wahnhaft von den Dogmen ihrer Kulte überzeugte Anhänger sind nicht selten zu wahllosen Mordtaten bereit. Sie vollstrecken Aufrufe zu Mord und Totschlag, die in Bibel und Koran nachzulesen sind.

5.1. Wahn

Psychisch gesund ist, wer sich so verhält, dass es dem entspricht, was er als wahr erkennt. Wer psychisch gesund sein will, muss von dem ausgehen, was er als wahr erkennen kann. Und er muss sich dementsprechend verhalten.

Konfessionelle Kulte fordern, sich gemäß Lehrsätzen zu verhalten, die grundsätzlich nicht als wahr erkennbar sind. Den Glauben an Unüberprüfbares erklären sie zum Kern der Religion.

Beispiele:

Es stimmt: Diese Lehrsätze könnten wahr sein. Ihr Wahrheitsgehalt ist aber nicht überprüfbar. Wer sich so verhält, als sei der Wahrheitsgehalt solcher Lehrsätze festgestellt, ist psychisch krank.

Die Grundlage politischer ReligionenAlso solcher, die den bekennenden Beitritt zu einer weltanschaulichen Gruppe als religiöse Praxis deuten. ist eine Krankheit des Geistes: Unüberprüfbares für überprüft zu erklären und Zustimmung zu fordern. Konfessionelle Kulte kennen weder den Wert des Menschen noch den Wert der Wahrheit. Wert ist ihnen weder Mensch noch Wahrheit, sondern deren Unterwerfung unter vermeintlich göttliche Gewalt.

Da Geist aber nicht Unterwerfung, sondern Entbindung bedeutet, wird man umso kränker, je mehr man die Glaubenssätze einer politischen Religion bestätigt. Die vollständige Identifikation mit solchen Lehrsätzen entspricht einer wahnhaften Störung.

Die Mehrzahl derer, die sich als Christ, Jude oder Moslem bezeich­nen, ist nur deshalb nicht wahnhaft, weil sie das jeweilige Credo nicht wirklich glauben. Sie glauben, dass sie glauben sollten, sie glauben, dass sie glauben oder sie glauben, dass es ratsam ist, so zu tun, als ob sie glauben. Tatsächlich glauben sie aber nicht.


Politischer Glaube schürt die Angst der Menschen voreinander.
Folie à deux - Folie en groupe

Die Psychiatrie kennt das Phänomen der sogenannten Folie à deuxFranzösisch: Verrücktheit zu zweit. Dabei entwickelt der dominante Partner innerhalb einer asymmetrischen Beziehung eine Psychose mit wahnhafter Realitätsdeutung. Unter dem suggestiven Druck des dominanten Parts, der unnachgiebig die Bestätigung seines Wahns einfordert, beginnt auch der regressive Partner, die Wirklichkeit wahnhaft auszudeuten. Man spricht von einem induzierten - also einem von außen eingeflößten - Wahn.

Der eingeflößte Wahn des regressiven Partners bleibt oberflächlich. Fällt der Druck von außen weg, findet er meist zur Realität zurück.

Der Ausbreitung von politischen Offenbarungskulten liegt der gleiche Mechanismus zugrunde. Unter dem Druck dominanter Glaubensführer, deren Weltbild wahnhaft verzerrt ist, übernehmen ganze Gruppen wahnhafte Denkinhalte. Eine Folie en groupeFranzösisch: Verrücktheit in der Gruppe entsteht.

Auch bei der Folie en groupe bleibt der induzierte Wahn der regressiven Mehrheit oberflächlich, sodass nur eine abgeschwächte Wahndynamik entsteht. Da wahnhafte Religiosität gegen Zweifler unbarmherzig vorgeht, ist die Zustimmung vieler Gruppenmitglieder zum Glaubensinhalt nur ein Lippenbekenntnis, das zum Selbstschutz abgeleistet wird.

Da wahnhaft religiöse Gruppen das politisch korrekte Denken ganzer Kontinente mitbestimmen, ist die Welt auch heute noch weit davon entfernt, die Folie en groupe als Krankheitsbild anzuerkennen.

5.1.1. Ich-Grenzen-Störung

Dogmatischer Glaube setzt Gläubige Zumutungen aus. Er fordert, entgegen dem Wesen des Verstandes zu urteilen.Im Dienste des Dogmenglaubens soll der Verstand kraftvoll urteilen ohne seine Urteilskraft tatsächlich anzuwenden. Kraft wird vom Dogmenglauben daher durch Gewalt ersetzt. Die Missachtung des Verstandes wird zu Tugend1 Korinther 1, 21-23:*
Denn da die Welt mit ihrer Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Heilsbotschaft die zu retten, die glauben... die Hellenen suchen Weisheit; wir aber verkünden einen gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit.
erklärt. Das führt zu seelischen Verwerfungen, die den Gebrauch von psychosenahen Abwehrmechanismen fördern (z.B. Spaltung, Projektion, projektive Identifikation). In der Folge werden Störungen der Ich-Grenze vertieft; also der Fähigkeit, Ereignisse angemessen Ich oder Nicht-Ich zuzuordnen.

Wer sich über die Verletzung seiner religiösen Gefühle beklagt, zeigt an, dass er mehr zu glauben glaubt, als er es tatsächlich tut.

Als Beispiel kann die Redensart von den "verletzten religiösen Gefühlen" gelten:

Auf Kritik an ihren Glaubenssätzen reagieren Dogmengläubige zuweilen mit dem Vorwurf, man verletze ihre "religiösen Gefühle". Das ist sowohl eine beschönigendeBeschönigend an der Redensart ist, dass nicht das hässliche Gefühl der Wut benannt wird, sondern dass sich der Hasserfüllte als Verteidiger höchster Werte darstellt, dem daher keine Verantwortung für die Folgen seines Hasses zufällt. MetapherEs ist Metapher, weil der Begriff verletzt Zustände materieller biologischer Strukturen beschreibt. Seine metaphorische Anwendung für Gefühle, also seelische Reaktionen, ist unglücklich gewählt. Gefühle werden nicht verletzt, sodass nach dem "verletzenden Ereignis" ein defektes Gefühl vorläge. Gefühle wandeln sich oder schlagen ins Gegenteil um. als auch Beispiel einer Ich-Grenzen-Störung.

Klarer wäre die Sache, wenn der Dogmengläubige von der Wut spräche, mit der er auf Zweifel an der Richtigkeit seiner Glaubenssätze reagiert. Dann würde er die Ursache seines Gefühls, nämlich der Wut, korrekt zuordnen.

Die eigentliche Ursache des aggressiven Impulses, den der Dogmengläubige gegen Kritiker aufbietet, liegt nicht im Kritiker, sondern im Dogmengläubigen selbst. Sie ist Folge seines verleugneten ZweifelsWer zweifelsfrei glaubt, dass ihm sein Glaube ewige Glückseligkeit einbringen wird, ist außerstande, einem Ungläubigen jemals böse zu sein; egal wie geschmacklos der seine Kritik auch formulieren mag. am Sinn der Unterwerfung unter den dogmatischen Lehrsatz. Der Dogmengläubige betreibt projektive Identifikation, indem er dem Anderen das Leid zur Last legt, das er sich selbst antut. Der Andere wird zum Schuldigen für das erklärt, was der Gläubige dem eigenen Verstand schuldig bleibt.

5.1.2. Spaltung und Projektion

Spaltung und Projektion sind Abwehrmechanismen, die sowohl Grundlage des Wahns als auch Grundlage dualistischer Gottesbilder sind. Dualistische Religionsauffassungen ordnen das Göttliche und das Menschliche definitiv getrennten Kategorien zu, die auch im Jenseits aufrechterhalten werden.

Durch diese Spaltung entwerten sie das menschliche Individuum. Um das Gefühl des Unwerts abzuwehren, projiziert der Gläubige in der Folge sein ihm vom Glauben unterstelltes Unwertsein im Sinne eines pathologischen Heilungsversuchs auf Andersdenkende, die er dann als vermeintliche Träger des Merkmals unwert bekämpft.

Allerdings führt die Projektion des gefühlten Selbstwertmangels nicht zur echten Lösung. Im Untergrund bleibt das Defizit bestehen und es bedarf oft weiterer Abwehrmaßnahmen, um das lästige Gefühl in Schach zu halten. Viele, die sich im Gebetshaus fromm der Allmacht beugen, frönen alltags einem irdischen Gewinnstreben, bei dem das Heilige vergessen wirkt. Ein Motiv des nach oben offenen Habenwollens ist der benannte Selbstwertzweifel, der durch Bereicherung, Erwerb und Rang über das Maß hinaus zu dämpfen ist, das die Verachtung Andersdenkender bewirkt.

5.2. Depression
Jede Vorgabe verbindlicher Regeln ist in der religiösen Praxis ein Versuch, die Freiheit des Göttlichen einzuschränken. Wer der Versuchung nicht widersteht, wird von ihr niedergedrückt.

Der Glaube, dass ein einmal gefälltes Urteil über das erhaben ist, was nachträglich erkannt werden kann, ist Symptom einer geistigen Krankheit.

Dogmatische Kulte geben Regeln vor, deren zwanghafte Einhaltung als unverzichtbar ausgewiesen wird. Die menschliche Seele ist jedoch Ausdruck einer Subjektivität, deren Unbestimmbarkeit nahtlos in die Leere des Heiligen übergeht.

Aus ihrer Angst heraus sind viele bereit, sich Regeln untertan zu machen; teils weil sie selbst daran glauben, dass ausgerechnet das Höchste UnterwürfigkeitNur ein Geist, der klein genug ist um zu wissen, dass er gestürzt werden kann, kann ein Interesse daran haben, dass seine Untertanen unterwürfig sind. Der höchste Geist, der unstürzbar in und über allem steht, würde sich mit einer solchen Absicht selbst beschämen.

Wohlgemerkt: Dies ist ein unverbindlicher Glaubensinhalt mit reinem Vermutungscharakter, weil über die Absichten des Heiligen grundsätzlich keine verbindliche Aussage gemacht werden kann.
belohnt, teils weil sie von den entsprechenden Predigten ihrer Priester und den Drohgebärden ihrer Glaubensbrüder eingeschüchtert sind. Der halbe Orient ist schwermütig, weil dort ein Klima der Angst die wechselseitige Unterdrückung des Geistes bewacht.

Die Bereitschaft ängstlicher Menschen, sich den Regeln und Absichten ihrer jeweiligen Bekenntnisgemeinschaft unterzuordnen, führt gehäuft zu Depressionen, weil dadurch die spontane Lebendigkeit ihrer Subjektivität eingeschränkt wird.

5.3. Zwang

Abrahamitische Kulte setzen das Ego erheblichen Widersprüchen aus:

  1. Sie appellieren an seinen EigennutzTue dies oder das! Dann wirst du maßlos erhöht..
  2. Sie fordern seine UnterwerfungWenn du aber nicht tust, was von dir gefordert wird, wird das Gute dich endlos foltern. Nenne deinen potenziellen Folterknecht das wahrhaft Gute, damit er dir die Folterung erspart..

Die Betonung des Ego bei gleichzeitigem Hinweis auf seine Rang- und Bedeutungs­losigkeit steigert dessen Vernichtungsangst. In der Folge versucht es, alles richtig zu machen. Es wird von der Angst geplagt, selbst kleinste Fehltritte, Unachtsamkeiten und Irrtümer drohten katastrophale Folgen nach sich zu ziehen. Die Folge davon kann eine moralische Starre sein, die in Perfektionismus und Zwangsstörung übergeht.

Ödipuskomplex
Es ist kein Zufall, dass Freud den Ödipuskonflikt als angeblich zentrales Thema der Entwicklungspsycho­logie des Kindes beschrieb. Die Theorie geht davon aus, dass Söhne ihre Mütter begehren und in der Folge mörderische Phantasien gegenüber ihren Vätern entwickeln. Richtig ist, dass in der jüdischen Tradition, in der Freud aufwuchs, Väter bestimmende Macht über ihre Söhne ausüben. Sie haben den Auftrag, Söhne linientreu 2 Moses 13, 8*:
Du sollst es [das Gesetz] deinem Sohne einschärfen...
auszurichten. Zweifellos gab der ideologisch verbriefte Machtanspruch des Väterlichen nicht selten guten Grund, Väter bewusst oder unbewusst zu hassen. Ob das angebliche Begehren der Mutter tatsächlich sexuell gemeint ist, bleibt dahin gestellt. Möglicherweise liegt im Blick zur Mutter nur der Versuch, vor der Übergriffigkeit des Vaters oder der väterlichen Religion in einen schützenden Hafen zu flüchten.

Der Hass, den abrahamitische Kulte im unbewussten Abgrund kindlicher Seelen schüren, kann im zweiten Schritt zu Schuldgefühlen führen, die sich zum Zwangsgedanken verdichten, am Unglück oder dem Tod des Vaters schuld zu sein.

5.4. Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen im Gefolge dogmatischer Religiosität entstehen je nach Charakter und begleitenden Umständen in unterschiedlichem Gepräge. Eine wichtige psychodynamische Gemeinsamkeit dieser Persönlichkeitsstörungen liegt in der sadomasochistischen Grundthematik religiös-dogmatischer Weltanschauungen.

5.4.1. Sadomasochistische Grundthematik

Das bekannteste Beispiel der sadomasochistischen Beziehungsasymmetrie wird im Rahmen der sexuellen Vereinigung ausgelebt. Dort handelt es sich um ein zwischen­menschliches Arrangement, das zu einer beidseitigen Entängstigung führt, die es den Partnern ermöglicht, Lust mit vermindertem Angst- und Schulddruck zu erleben.

Jenseits unmittelbar sexueller Begierden taucht das gleiche Muster an weiteren Stellen auf.

  1. Im Rahmen zwischenmenschlicher Beziehungen mit ausgeprägt asymmetrischer Rollenverteilung.

  2. Als theologisches Beziehungsmodell zwischen allmächtigem Gott und missratenem Geschöpf.
Zugehörigkeitsbedürfnis
Das Spiel mit dem Zugehörigkeitsbedürfnis ist ein entscheidender Faktor, der die Ausbreitung totalitärer Glaubensbilder begünstigt. Dieses Spiel beherrschen abrahamitische Kulte meisterlich. Indem sie für verweigerten Beitritt die entsetz­lichste Strafe androhen, die überhaupt denkbar ist, nämlich ewige Qual in der Hölle, und für Zustimmung gigantischen Lohn in einem Himmel­reich, schüren sie Angst vor Unzugehörigkeit und bieten sich selbst als einzig sicheren Hafen an. Das ist eine psychologische Falle, die seit Moses immer wieder zuschnappt.

Auch bei der theologischen Variante, bei der ein eifersüch­tiger Gott angeblich die totale Unterwerfung des auserwähl­ten Volkes oder sämtlicher Individuen fordert, geht es um die Abwehr von Angst. Indem der Unterworfene das Potenzial, eigenständig zu entscheiden, preisgibt1 Samuel 15, 23:*
Eigensinn ist Sünde wie schuldbarer Götzendienst...
, setzt er sich zum Objekt einer fremden Entscheidungsmacht herab. Er gibt alle Verantwortung für seine Taten ab und befreit sich damit von der Angst, dass das Leben ihn je, für das, was er selbst entschieden hätte, zur Verantwortung zieht. Zugleich wird sein Zugehörigkeitsbedürfnis radikal erfüllt; indem er gehorsam jener Macht gehört, die ihn fortan bestimmen wird.

Johannes 15, 2:*
...mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, nimmt er weg...

Im wahren Glauben sieht sich der Gläubige nicht als Objekt, der für das Bedürfnis seines Besitzers zurechtgeschnitten wird. Ein Anhänger des wahren Glaubens sieht sich als Subjekt, das auf der Suche nach seinem Wesen auf alles verzichtet, was nicht zu ihm gehört.

In der Illusion, dass sein Kreuzestod der Wunscherfüllung eines himmlischen Vaters diente, hat Jesu Glaube an die Gottgefälligkeit der masochistischen Unterwerfung ihren Höhepunkt erreicht. Vermutlich hat er seinen Irrtum im letzten Moment erkannt:

Matthäus 27, 46 und Markus 15, 34:*
"Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?"

Dogmatischer Glaube taucht nicht in die Tiefe des Geistes. Für den, der sich mit Oberflächen begnügt, kann er Hafen sein. Schädlich ist nicht, dass er Gehorsamen Zuflucht bietet. Schaden entsteht, weil er Tiefgang vereitelt.
5.5. Positive Wirkungen

Dogmatischer Glaube ist ein Risikofaktor für die seelische Gesundheit. Er kann aber auch nützlich sein. Personen, deren Selbstvertrauen nur schwach entwickelt ist, fühlen sich von der Komplexität der Wirklichkeit bedroht. Das kann zu Ängsten oder anderen seelischen Störungen führen.

Dogmatische Lehren geben vor, umfassende und endgültige Erklärungen für die Bedrängnisse des Lebens zu haben. Gleichzeitig liefern sie einfache Regeln, deren Befolgung angeblich vollständiges Heil garantiert.

Sich einer dogmatischen Lehre anzuschließen, kann für abhängige, selbstunsichere und ängstlich-vermeidende Persönlichkeiten ein wichtiger Hafen sein, weil das Angebot zu gehorchen und geführt zu werden... symbolisiert im Bild von Schaf und Hirte. sie von Ängsten und Schuldgefühlen befreit sowie ein Zugehörigkeitsgefühl vermittelt, ohne das ihr Leben auf hoher See erschreckender wäre als jede Bevormundung durch die Hafenpolizei.

Abhängige, selbstunsichere und ängstlich-vermeidende Persönlichkeiten haben wenig Selbstwertgefühl. Da es keinen dogmatischen Glauben gibt, der seinen Anhängern nicht versichert, durch den bloßen Glauben an das Dogma bereits über Ungläubigen zu stehen, kompensiert er zugleich das narzisstische Defizit. Auch das ist für viele ein Gewinn, für den sie bereit sind, einen hohen Preis zu zahlen.


* Die Heilige Schrift / Familienbibel / Altes und Neues Testament, Verlag des Borromäusvereins Bonn von 1966.