Hätte man Kinder von je her gesiezt, wäre der Welt ein großer Teil ihrer Barbarei erspart geblieben.

Kreislauf der Neurose

Kinder brauchen Bestätigung. Wer sie als Kind nicht bekommt, sucht noch als Erwachsener danach. Erwachsene, die selbst nach Bestätigung suchen, geben ihren Kindern nicht genug davon. Wer das Problem nicht hinter sich lässt, gibt es weiter.

Erstaunlich

Selbst für einfache Tätigkeiten braucht man drei Jahre Ausbildung, bis man befugt ist, sie in Eigenregie auszuführen. Bei der Erziehung von Kindern ist das anders. Kaum hat die Mutter entbunden, wird das Paar mit einem hilflosen Balg nachhause geschickt. Besser wäre es, nicht nur das Blinken beim Verlassen des Kreisverkehrs wäre bei Androhung von Strafe Pflicht, sondern auch Elternkurse zur Verhütung von Schlimmerem. Zumindest könnte man sie steuerlich fördern.

Eine der gefährlichsten Tätigkeiten ist die Erziehung. Nirgendwo sonst richten Einfalt, Verblendung und Unglück mehr Schaden an als im Kinderzimmer.

Kinder


  1. Mechanismen der Belastung
    1. 1.1. Schwangerschafts- und Wochenbettpsychose
    2. 1.2. Affektive Störungen
    3. 1.3. Persönlichkeitsstörungen
    4. 1.4. Sucht
    5. 1.5. Angsterkrankungen
    6. 1.6. Psychosen
  2. Missbrauch
  3. Trennung
    1. 3.1. Leichtfertig
    2. 3.2. Stimmig
    3. 3.3. Überfällig / vermieden
  4. Die besondere Position des Kindes
  5. Was man tun kann

Millionen Kinder leben bei seelisch kranken Eltern; oder solchen, die so in ihre eigenen Probleme verstrickt sind, dass sie ihre Elternrolle nur ungenügend erfüllen können. Das ist eine Belastung, die es Kindern erschwert, ihren Platz im Leben zu finden. Die psychische Erkrankung der Eltern kann dazu führen, dass sie ihren Kindern weder die Geborgenheit noch den Freiraum bieten, die deren Reifung begünstigt.

1. Mechanismen der Belastung

Studienz. B. CHIMPs (Children of mentally ill parents), Dr. Silke Wiegand-Grefe, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. zeigen, dass das seelische Gleichgewicht von Kindern, die bei psychisch kranken Eltern aufwachsen, durch verschiedene Faktoren gefährdet ist. Besonders riskant sind:

Kinder mit geringem Selbstwertgefühl sowie geringen sozialen und intellektuellen Fähigkeiten sind dabei besonders betroffen; wobei klar ist, dass ein geringes Selbstwertgefühl von Kindern nicht nur Risikofaktor für Spätfolgen durch problematisches Elternverhalten ist, sondern seinerseits eine frühe Folge davon.

Neben den allgemeinen Risikofaktoren, sind je nach Diagnose spezielle Gefährdungen zu bedenken.

Frühe Störung

Unter einer Frühen Störung versteht man die Beeinträchtigung der seelischen Entwicklung durch traumatische Erfahrungen im ersten Lebensjahr. Man geht davon aus, dass die Psyche zu dieser Zeit besonders störanfällig ist.

Viele Autorenz.B. Otto Kernberg, Heinz Kohut, Edith Jacobsen, Christa Rohde-Dachser, Bela Grunberger. beschreiben Verbindungen zwischen frühen Störungen und der Entwicklung von akzentuierten Persönlichkeiten, vor allem solchen vom Borderline-Typ.

1.1. Schwangerschafts- und Wochenbettpsychose

Schwangerschaft und Wochenbett bringen tiefgreifende Veränder­ungen ins Leben der Frau. Daher sind sie Risikofaktoren für Psychosen und Depressionen.

Während die leibliche Gefährdung des Kindes durch problematisches Verhalten werdender Mütter (Suchtmittelkonsum, Fehlernährung, Abtreibungs- bzw. Selbstmordversuche) offensichtlich ist, ist die seelische nur schwer zu erforschen. Wenn aber auch nach der Geburt eine Depression oder Psychose besteht, ist klar, dass sich die Mutter ihrem Kind nicht unbeschwert zuwenden kann. Das Risiko des Kindes, eine sogenannte Frühe Störung zu erleiden, ist erhöht.

Unbedacht oder aus Unkenntnis wird über Wochenbetterkrankungen im Nachhinein oft so gesprochen, als sei das Kind an der Erkrankung der Mutter schuld. Stehen solche Vermutungen im Raum, kann das für die seelische Entwicklung des Kindes eine schwere Belastung sein.

1.2. Affektive Störungen

Zu den affektiven Störungen gehören Depressionen und Manien sowie die Bipolare Erkrankung. Ist ein Elternteil depressiv, wird ihm das Leben samt seiner Kinder zur Last. Ist es manisch, neigt es dazu, in der Begeisterung für die eigene Größe, die Belange anderer zu übersehen. Affektive Störungen wiederholen sich oft phasenhaft. Mal ist der Betroffene ausgeglichen, mal schwermütig, dann überschwänglich. Für das Kind kommt es zu einem Hin-und-her. Durch das Wechselbad der Gefühle, die das familiäre Klima bestimmen, kann es verunsichert werden.

Parentifizierung
ParentifizierungVon englisch: parents = Eltern ist ein psychologischer Fach­begriff. Er beschreibt eine Umkehr der normalen Rollenverteilung. Kinder psychisch kranker Eltern übernehmen dabei Fürsorgepflichten. Statt dass sie selbst umsorgt werden, sorgen sie sich um die kranken Eltern, um Geschwister oder den Haushalt. Fürs Kindsein bleibt in der Kindheit wenig Raum. Kindliche Bedürfnisse überdauern unerfüllt und machen sich im Erwachsenenalter bemerkbar.

Dramatisch wird es, wenn Selbstmordversuche oder -drohungen die Angst des Kindes vor Verlust und Schuldgefühlen steigern. Statt dass sich das Kind getrost mit seinen Belangen beschäftigen kann, wird es in eine Verantwortung gerissen, die es überfordert.

1.3. Persönlichkeitsstörungen

Persönlichkeitsstörungen sind unbehandelt oft chronisch. Bei ausgeprägten Störungen sind Kinder daher dauerhaft einem Beziehungsklima ausgesetzt, das ihre Sicht auf die Realität verzerrt. Außerdem werden sie in die Thematik der elterlichen Störung einbezogen, was zu innerseelischen und/oder zwischenmenschlichen Spannungen führt.

Abhängige Persönlichkeiten erwarten von ihren Kindern Schutz, Geborgenheit und verfrühte Entscheidungskraft. Es besteht Gefahr, dass sie ihre Kinder parentifizieren. Oder die Kinder lernen am Modell ihrer Eltern, dass man eigene Interessen nicht tatkräftig vertritt, sondern darauf wartet, dass andere das machen.

Narzisstische Persönlichkeiten erwarten von ihren Kindern Bewunderung für sich selbst oder Leistungen, die das Selbstwertgefühl der Eltern stärken. Die Kinder werden dazu angehalten, nicht die eigenen, sondern die Ziele ihrer Eltern zu erreichen. Erbringen sie tatsächlich anerkennenswerte Leistungen, kann es sein, dass die Messlatte der Eltern so hoch hängt, dass deren Anerkennung ausbleibt,Aha, du hast also eine Zwei in Mathe... Und welche Note hat Martin? oder dass der elterliche Hunger nach Anerkennung die Eltern sogar dazu verführt, die kindlichen Leistungen für sich selbst zu verbuchen.Die mathematische Begabung hat mein Sohn von mir geerbt. Er kann mir dankbar sein, dass er damit Einsen schreiben darf.

Grundregel
Je einseitiger die Persönlichkeit des Elternteils ist, desto starrer ist die Rolle, die er seinem Kind zuweist.

Ängstlich-vermeidende Eltern flößen ihren Kindern die Vorstellung ein, dass die Welt bloß aus Gefahren besteht und man am besten beisammen bleibt, um sich gegenseitig zu beschützen. Der Impuls des Kindes, die Welt auf eigene Faust zu entdecken, wird entmutigt. Stattdessen wird es mit Appellen bombardiert, Lebensangst und Neid der Eltern dadurch abzumindern, indem es jedes eigene Risiko vermeidet, das sein Leben um Inhalte erweitern könnte, nach denen seine Eltern nicht zu greifen wagen.Um Gottes Willen! Du willst nach Mallorca fliegen. Was, wenn der Flieger abstürzt? Tue uns das nicht an. Wir können doch gemeinsam Urlaub in der Lüneburger Heide machen.

Zwanghafte Eltern beengen ihre Kinder durch übertriebene Forderungen nach Ordnung und Sauberkeit. Vom Kind wird die Anpassung an ein vermeintlich einzig richtiges Verhaltensmuster verlangt. Es kann sich nicht mehr schuldfrei ausprobieren. Oder es rebelliert gegen den Zwang und flüchtet mutwillig ins Chaos. Dort riskiert es, sich ohne von innen heraus entwickelte Struktur zu verirren.

Schizoide Persönlichkeiten impfen ihre Kinder mit dem Gefühl, dass ihre Nähe lästig ist. Später kann es sein, dass sie entweder kritiklos Nähe suchen oder ihr von sich aus aus dem Wege gehen, um dem Erleben erneuter Kälte vorzubeugen.

Einsamkeit

Psychische Erkrankungen der Eltern können die Bindung der Kinder an Freundeskreise stören:


Ella kommt nicht in den Kindergarten. Ihrer depressiven Mutter fehlt die Kraft, sie hinzubringen.

Sven würde Alex ja gerne einladen.... stünden seiner Mutter nicht die Haare zu Berge, weil zwei Kinder zu viel Dreck machen.

Am letzten Geburtstag war Paulas Vater voll wie eine Feldhaubitze. Aus Angst vor neuer Peinlichkeit feiert sie dieses Jahr mal nicht.

Wegen der angespannten Stimmung in Ingas Elternhaus kommen ihre Freunde nicht mehr zu Besuch.

Depressive Eltern geben ihren Kinder ein problematisches Beispiel. Sie leben ihnen vor, dass man eigene Bedürfnisse nicht offen vertritt, sondern anderen gegenüber vorauseilend in Vorleistung geht; und leidend darauf wartet, dass freiwilliger Verzicht vom Leben großzügig belohnt wird. Da die Rechnung des depressiven Musters selten aufgeht, führt es meist zu chronischer Unzufriedenheit. Die Schwermut, die unzufriedene Eltern um sich herum verbreiten, kann sich wie ein grauer Schleier über eine ganze Kindheit legen.

Erbringen depressiv-strukturierte Eltern vorauseilendSchau nur, was Mama dir aus der Stadt mitgebracht hat. Wie, es gefällt dir nicht? Jetzt ist Mama aber ganz traurig. Leistungen für ihre Kinder, erwarten sie von diesen Dankbarkeit; selbst dann, wenn die Kinder die vorauseilend erbrachten Leistungen weder haben wollten noch brauchen können. Dank, der als Pflicht gezollt wird, ohne dass er empfunden werden kann, verbiegt das kindliche Verhalten in ein falsches Rollenspiel. Dank, der verweigert wird, obwohl der Geber hungrig danach lechzt, für zu Schuldgefühlen.

Histrionische Persönlichkeiten wollen immer im Mittelpunkt stehen. Sie weisen ihren Kinder die Rolle von Statisten zu. Statisten gehören zur Kulisse des Bühnenbilds. Je nach ästhetischer Laune des Regisseurs werden sie hin- und hergestellt. Da die Launen histrionischer Regisseure im Fallwind sprunghafter Ereignisse schaukeln, weiß das Kind nie, ob der Platz, den es gemäß gestriger Absprache einnahm, heute noch ins Bühnenbild passt.Vereinbart waren Pfannkuchen um sechs. Stattdessen gibt es Spiegeleier um halb acht.

1.4. Sucht

Suchterkrankungen der Eltern sind eine schwere Belastung für Kinder. Suchtmittel verengen das Bewusstsein und verfälschen Gefühle. Im Rausch achten suchtkranke Eltern ebenso wenig auf sich selbst wie auf ihr Gegenüber und werden im Verhalten unecht. Sowohl Beschaffung und Konsum der Suchtmittel als auch das Verkraften der Nachwirkungen kosten Zeit und Energie. Da bleibt nur wenig übrig, um sich der Lebendigkeit eines Kindes zu stellen.

In schweren Fällen kommen Klinikaufenthalte hinzu. Jedes Einrücken zur stationären Entgiftung ist für Kinder ein Verlusterlebnis (oder eine Atempause!).

Das Beispiel der Eltern, sich den Lasten des Lebens nicht offenen Auges zu stellen, sondern sich allenthalben dicht zu machen, hat so manches Kind frühzeitig auf den gleichen Weg gebracht.

1.5. Angsterkrankungen

Die Symptome der Generalisierten Angststörung ähneln denen der Ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit. Was dort gilt, gilt daher auch hier.

Bei der Agoraphobie traut sich der Betroffene nicht mehr aus dem Haus. So manches Kind wird für Botengänge eingespannt, für die es nicht zuständig ist.

Eltern, die ihre sozialphobischen Ängste nicht überwinden, schicken ihre Kinder vor, wenn es mit Fremden etwas zu regeln gibt. Auch das ist eine Spielart der Parentifizierung.

1.6. Schizophrenie / Wahnhafte Störungen

Bei schizophrenen Psychosen und wahnhaften Störungen kommt es darauf an, ob der Kranke seine Krankheit als solche begreift; und sich angemessen behandeln lässt. Verkennt er den trügerischen Charakter von Halluzinationen und Wahnideen, ist seine Erziehungsfähigkeit eingeschränkt oder gar aufgehoben. Oft wird das Jugendamt die Kinder in fremde Obhut geben.

Für Kinder kann es ausgesprochen schwer sein, sich der paranoiden Realitäts­verkennung psychotischer Eltern zu entziehen. Das gilt erst recht, wenn kein gesundes Elternteil für Ausgleich sorgt. In manchen Fällen kommt es beim Kind zu einem induzierten Wahn.

2. Missbrauch

Kinder sind ihren Eltern ausgeliefert. Das führt dazu, dass hinter verschlossenen Türen Dinge geschehen. Als Täter kommen dabei nicht nur Personen infrage, deren seelisches Gleichgewicht klinisch manifest gestört ist; und die daher aus schulmedizinischer Sicht psychiatrisch erkrankt sind. Auch bei denen, die man gemeinhin als psychisch normal betrachtet, sind Übergriffe häufig.

Neben dem sexuellen Missbrauch gibt es tausenderlei Varianten des psychologischen. Dabei funktionalisieren Eltern Kinder für eigene Zwecke. In vielen Fällen sind solche Funktionalisierungen unterschwellig, in anderen offensichtlich, weil manche Eltern davon ausgehen, dass ihre Kinder sowieso nur dafür da sind. Missbrauch ist daher ein großes Thema.

Fessel oder Verlorenheit
Seit Trennung für Eltern kein gesellschaftliches Tabu mehr ist, sind Türen von Kerkern leicht zu öffnen. Das erspart es auch so manchem Kind in Kriegsgetümmel oder kaltem Waffenstillstand aufzuwachsen. Dass man sich familiärer Fesseln so leicht entledigen kann, hat aber auch eine Schattenseite. Dass Eltern ihre Fesseln im Bedarfsfall sprengen, bedeutet für viele Kinder Verlorenheit.

3. Trennung

Eine Trennung der Eltern kann für Kinder Fluch oder Segen sein. Zuweilen sind Trennungen beides zugleich. Dann ist schwer zu entscheiden, welche Folge überwiegen wird. Aus Sicht des Kindeswohls können Trennungen in drei Kategorien eingeordnet werden. Es gibt...

  1. leichtfertige Trennungen
  2. stimmige Trennungen
  3. überfällige bzw. vermiedene Trennungen
3.1. Leichtfertig

Leichtfertig ist eine Trennung, wenn Eltern nur das eigene Glück im Auge behalten und den Partner wechseln, sobald die Beziehung die in sie gesetzten Hoffnungen nicht mehr erfüllt.

Leichtfertige Trennungen werden von Vätern oder Müttern vollstreckt.

Nesseln
Wenn ein Mann, der eine Webseite betreibt, behauptet, Frauen erheben in Partnerschaften oft überhöhte Ansprüche an Männer und riskieren dadurch, dass die Beziehung zerbricht, könnte er sich bei weiblichen Lesern in die Nesseln setzen. Dabei zeigt ein Blick in die Natur, dass die Rollenverteilung in Sachen Partnerschaft meist asymmetrisch ist. Egal ob Moschusochse oder Laubenvogel, es gehört zur Rolle des männlichen Pols, zu zeigen, was er zu bieten hatDer Moschusochse bietet Unerschrockenheit, der Laubenvogel ein hübsches Haus im Grünen. und zum weiblichen, sich aus den Angebot das Beste auszusuchen. Da sich kein Mann bei genauer Betrachtung als der Beste entpuppt, riskiert manche Frau aus ihrer biologischen Mitgift heraus so sehr nach Besserem zu trachten, bis das Gute kaputt ist. Sobald sie das Beste nicht im Einklang mit dem Anderen vermutet, sondern mit sich selbst, wird sie an der richtigen Stelle danach suchen. All das hindert uns jedoch nicht an der Erkenntnis, dass das Gleiche - ein bisschen anders - auch für Männer gilt.
3.2. Stimmig

Stimmig ist eine Trennung, wenn das Verhältnis der Eltern zueinander dermaßen zerrüttet ist, dass die Kinder ohne Trennung unter einem Klima ständiger Zwietracht zu leiden hätten. Solche Trennungen sind stimmig, weil sie mit dem Kindeswohl, das bei leichtfertigen Trennung oft übergangen wird, übereinstimmen.

Unter Umständen kann auch eine Trennung stimmig sein, wenn zwischen den Eltern keine Zwietracht herrscht, sondern bloßes Desinteresse, sodass sie ihren Kindern ein Beziehungsmodell vermitteln, in dem echte Bezogenheit gar nicht vorkommt. Da das anfänglich leidenschaftliche Interesse Verliebter füreinander jedoch regelhaft zurückgeht, ist die stimmige Trennung wegen fehlender Bezogenheit oft nur schwer von einer leichtfertigen zu unterscheiden, die durch unrealistische Ansprüche ausgelöst wird. Generell wird bei Trennungen zu fragen sein, wie viel positive Bezogenheit des Kindes zu dem Elternteil verloren geht, der das Sorgerecht nicht übernimmt.

3.3. Überfällig / vermieden

Überfällig ist eine Trennung, wenn ein Elternteil Kinder missbraucht oder misshandelt und der andere aus eigener Verlustangst den Schaden der Kinder in Kauf nimmt.

Überfällig sind aber auch Trennungen, wenn ein Partner - in der Regel die Frau - Gewalt vonseiten des anderen erleidet. Dann mag zwar die Beziehung des Vaters zu seinen Kindern überwiegend positiv sein, sein Verhalten der Mutter gegenüber bringt die Kinder jedoch in Loyalitätskonflikte, die ihrer Entwicklung schaden.

4. Die besondere Position des Kindes

Kinder sind in besonderer Weise abhängig. Sie sind den Entscheidungen anderer und Einflüssen von außen ausgeliefert. Problematische Einflüsse erhöhen daher die Gefahr psychologischer Entwicklungsstörungen, die ganze Biographien überschatten können. Dabei stehen zwei Felder im Vordergrund.

5. Was man tun kann

Gottlob ist es keineswegs vorgezeichnet, dass die Entwicklung der Kinder durch die seelische Krankheit der Eltern behindert wird. Um das zu erreichen, ist ein verantwort­ungsvoller Umgang mit den Problemen anzuraten.

Leitlinien für seelisch Leidende im Umgang mit ihren Kindern

Wohlgemerkt...

Das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern ist vielschichtig. Regeln, die immer gelten, sind schwer aufzustellen. Die Anregungen dieser Liste zum Umgang mit Kindern sind von Fall zu Fall zu überprüfen. Sie können im Umgang mit Ihrem Kind völlig falsch sein. Vertrauen Sie nicht blind auf die Meinung eines vermeintlichen Experten. Achten Sie auf Ihr Gefühl. Benutzen Sie den eigenen Verstand.