Als Ego fürchte ich meinen Untergang. Die Furcht führt zur Gier. Davon kann ich mich befreien, wenn ich mich nicht mehr für mein Ego halte. Sich nicht als Ego zu sehen, heißt sich in allem zu sehen. Sich in allem zu sehen, heißt formlos zu sein.

Das Getrennte ist Teil des Einen, das in der Zusammenkunft des Getrennten steht und das Getrennte aus sich heraus entwirft.

Als Ego liest man den Grad des Seins an äußeren Effekten ab. Man weiß jedoch nie, ob man wirklich existiert.

Das Subjekt im Ich ahnt, dass es grenzenlos ist. Das Ich im Ego stößt an dessen Grenzen. Weil Begrenztheit dem Wesen des Ich widerspricht, versucht es sich als Ego über alle Grenzen auszudehnen. Oder es erkennt, dass es kein Ego ist.

Identifikation heißt, die Wirklichkeit aus dem Inneren dessen heraus zu betrachten, mit dem ich mich identifiziere. Identifiziere ich mich mit dem Wenigen, was meine Person ausmacht, werde ich viel haben wollen.

Gier

  1. Das Weltbild des Ego
  2. Wie Gier entsteht
  3. Warum Gier neue Gier erzeugt
  4. Wie man sich der Gier entzieht

1. Das Weltbild des Ego

Die Quelle der Gier ist die Angst vor der Bedeutungslosigkeit. Ursprung dieser Angst sind unsere Vorstellungen bezüglich unserer Position im Kosmos.

Das Ego definiert sich als Anwalt eines Ich, das der Welt als eigenständige Instanz gegenübersteht. Zwischen sich selbst - der Person - und der Welt der Objekte, deren Macht es fürchtet, sieht es einen kategorischen Unterschied. Aus der Sicht des Ego gibt es zwischen Ich und Nicht-Ich eine klare Grenze.

Das Ego...

2. Wie Gier entsteht

Betrachtet man die Welt aus den Auges des Ego, erscheint sie als Schauplatz eines Kampfes. In diesem Kampf ist die Insel von der Übermacht des Ozeans bedroht. Alles deutet darauf hin, dass der Ozean das Existenzrecht der Insel auf Dauer nicht anerkennt. Für das Ego geht es um die Existenz.

Um sich gegen den Untergang zu wappnen, versucht es in der Folge, so viel Macht und Wert wie möglich auf der Insel anzuhäufen. Das Ego macht sich wichtig. Es lebt nach der Devise: Was Bedeutung hat, kann doch nicht untergehen! Es greift nach allem, was seine Existenz sicherstellen könnte. Dazu gehört Reichtum genauso wie jede Form von Anerkennung und Bestätigung durch andere.

3. Warum Gier neue Gier erzeugt

Auch wenn das Ego beim Anhäufen erfolgreich ist, löst das seine Angst nicht auf. Gewiss: Solange es heute mehr bekommt als gestern, wird die Angst gedämpft. Das Anhäufen als Abwehr gegen Vernichtungsangst führt aber nicht dazu, dass Sicherheit entsteht, sondern Grund zu neuer Angst und daraus neue Gier:

4. Wie man sich der Gier entzieht

Gier beruht auf der Identifikation mit dem Ego. Gier ist ein Irrweg, der nicht nur anderen schadet, sondern vor allem dem, der ihm folgt. Was können Sie dagegen tun?