Klarstellung

Jeder kann von einem Burnout-Syndrom betroffen sein; ungeachtet seiner psychologischen Struk­turen. Wenn sich im Leben Schwierigkeiten häufen, die menschenmögliche Kräfte überfordern, wird jeder beim Versuch, sie zu bewältigen, ausgezehrt. Wer auf sich gestellt Kranke zu betreuen hat und am Arbeitsplatz gleichzeitig große Leistungen erbringen muss, riskiert auch dann auszubrennen, wenn seine Verhaltensmuster völlig angemessen sind.

Wenn hier persönliche Merkmale beschrieben werden, die als Ursache eines Burnout-Syndroms erkennbar sind, dann nur deshalb, weil die Gefahr, auszubrennen, parallel zum Ausprägungsgrad bestimmter Persönlichkeitsmerkmale wächst. Ohne solche Merkmale würde es so mancher niemals tun.


Herodot berichtet, Pheidippides sei am Ziel tot zusammengebrochen. Er soll den Athenern die Botschaft vom Sieg über die Perser in der Schlacht von Marathon überbracht haben. Falls das stimmt, trieb Pheidippides vermutlich eins von zwei Motiven in den Tod... oder alle beide:
  • Er wollte die Erwartungen der Athener so schnell wie möglich erfüllen.
  • Er wollte unbedingt der Erste sei, der die frohe Botschaft überbringt.

Was schließen wir daraus? Ehrgeiz kann tödlich sein.

Testergebnis

Burn-out-Gefahr: stark ausgeprägt

Das sieht bedenklich aus. Ihre Antworten deuten darauf hin, dass Sie ausgebrannt sind oder darauf zusteuern. Vermutlich bemühen Sie sich mehr als Ihnen guttut, Anfor­derungen zu erfüllen, die das Umfeld an Sie heranträgt. Das können berufliche Erwartungen sein, aber auch famili­äre... oder beides zusammen.

Denkbar ist auch, dass Ihr Ehrgeiz mit Ihnen durchgeht. Denkbar ist, dass Sie durch besondere Leistungen auf sich aufmerksam machen wollen und Ihnen die soziale Position, die Sie erwerben könnten, wichtiger ist, als Ihr fühlbares Wohlergehen.

In beiden Fällen könnten bestimmte Persönlichkeitsmuster ursächlich mit Ihrem Ausbren­nen in Verbindung stehen.

Sowohl depressive als auch narzisstische Verhaltensmuster deuten darauf hin, dass Ihr Selbstwertgefühl stark von äußeren Bedingungen abhängt. Wer depressive Muster aus­übt, glaubt, dass sein Wert davon abhängt, ob andere ihn für einen guten Men­schen halten. Deshalb ist er stets bemüht, sich von der angenehmsten Seite zu zeigen. Signalisiert ein anderer Kummer, Sorgen und Nöte, eilt der Mensch mit depressiven Mustern herbei, um Abhilfe zu schaffen. Das tut er auch dann...

Die Versuchung, sich als Geber wertvoll zu fühlen, ist so mächtig, dass er anderen keine Grenze setzen kann.

Auch das Selbstwertgefühl des narzisstischen Menschen ist an Bedingungen geknüpft. Er kann sich nur wertschätzen, wenn er möglichst allen in möglichst sämtlichen Disziplinen des Lebens überlegen ist. Ist er so kühn, an die gewünschte Überlegenheit ohne Nachweis zu glauben, belastet er durch seinen Hochmut vor allem andere. Gehört er aber zu denen, die die ersehnte Überlegenheit durch entsprechende Leistungen beweisen wollen, setzt er sich selbst unter Druck. Im Bemühen, ständig der Beste zu sein, verbraucht er so viel Kraft, dass er irgendwann erschöpft zusammenbricht.

Was Sie tun könnten...

Drei Maßnahmen bei Burnout:

  1. kürzertreten
  2. weniger handeln
  3. nicht immer was tun