Wille


Wille entspringt dem Verb wollen. Wollen geht auf die indogermanische Wurzel ṷel- zurück, von der auch das Verb wählen abgeleitet ist. Jeder Willensakt setzt eine Wahl voraus, jede Wahl eine Entscheidung zwischen mindestens zwei Möglichkeiten. Sich entscheiden zu können, beruht auf der Freiheit, es zu tun. Wem die Freiheit fehlt, der hat auch keine Wahl.

Verhaltensweisen können durch zwei Faktoren ausgelöst werden:

  1. durch Reiz-Reaktions-Schemata
  2. durch bewusste Entscheidungen

Wird ein Verhalten durch ein Reiz-Reaktions-Schema ausgelöst, findet keine Wahl statt. Ein solches Verhalten entspricht entweder einem rein biologischen Automatismus oder einer Gewohnheit. Biologische Automatismen sind von der Phylogenese vorgegeben. Gewohnheiten sind erworbene Muster, die zu individuellen Automatismen umgegossen sind. Die meisten menschlichen Verhaltensweisen, die im Alltag zur Anwendung kommen, sind mehr oder weniger automatisiert.

Der Wille setzt ein, wenn kein passender Automatismus für ein auftretendes Problem vorliegt oder wenn die Entscheidung ansteht, ob man entgegen einer Gewohnheit handelt.