Ideologen und Idealisten identifizieren sich mit Idealen. Dadurch bringen sie sich zur Wirklichkeit auf Distanz. Statt sich der Wirklichkeit zu stellen, quartieren sie sich in den Luftschlössern einer Ideenwelt ein, von wo aus es ihnen als ein Leichtes erscheint, die Schwerkraft zu überwinden. Sie meinen: Wenn die Schwerkraft nur ein Fünkchen guten Willens hätte, hätte sie sich längst abgeschafft.

Gerechtigkeit

Nachträgliche Bemerkungen


Gerechtigkeit zu bewirken, ist eines der wesentlichen Ziele gesellschaftlicher Regeln. Gerechtigkeit sollte aber nicht idealisiert werden. Ideale sind nur Bilder, die man sich macht. Setzt man ein Bild kategorisch über die Wirklichkeit, kann es sein, dass man dort Schaden verursacht. Ideologen und Idealisten neigen dazu, genau das zu tun. Sie rücken im Kopf Bilder zurecht und glauben, dass die Wirklichkeit nur rechtens sei, wenn sie die Herrschaft der Bilder duldet.

Es kann jedoch sein, das Ungerechtigkeit im Interesse aller ist.

Gerechtigkeit kann nicht in der Gleichheit liegen. Sie liegt darin, dass niemand daran gehindert wird, sich seinem Potenzial entsprechend aufzurichten.