Heute gibt es kaum noch eine Problemfamilie, bei der es nicht heißt: Das Kind hat ADHS. Die Versuchung ist groß, Schuldgefühle zu bewältigen, indem man das Kind durch die Diagnose für seine Probleme verantwortlich macht. Oft liegt die primäre Störung aber nicht beim Kind, sondern bei einem Umfeld, das kindliche Bedürfnisse unbeantwortet lässt.

Testergebnis

ADHS-Verhaltensmuster: deutlich ausgeprägt
Beginn in der Kindheit

Sie beschreiben ausgeprägt ADHS-verdächtige Verhaltensmuster. Darüber hinaus erfüllen Ihre Verhaltensprobleme die Grundbedingung für die Diagnose einer ADHS:

Womöglich galten Sie in der Schule - oder gar davor - als schwieriges Kind, als Unruheherd oder Zappelphilipp. Sollten Sie sich seitdem schwer damit tun...

... könnte das an einer primären Störung der Aufmerksamkeit liegen. Vermutlich neigen Sie dann auch dazu, fünf Projekte gleichzeitig zu beginnen, aber keines davon zu Ende zu führen.

Im Kindesalter ist die ADHS oft Folge komplexer Kommunikationsstörungen im familiären UmfeldSo manches Symptom der ADHS bessert sich bereits, wenn man die Diagonale des Fernseh­gerätes auf 2,50 Meter und den familiären Konsum von Privatsendern auf fünf Stunden täglich beschränkt.. Die Komplexität der Probleme führt meist dazu, dass das Umfeld an einer grund­legenden Lösung scheitert... und dankbar dafür ist, dass man das Problem durch die Diagnose ADHS optisch verkleinern kann. Nach der Diagnose kann man sagen: Das Kind braucht Medizin. Alles was zu tun notwendig erscheint, ist der Gang zu einem Arzt, der die fehlende Medizin verschreibt.

Es kann aber auch sein, dass die familiären Probleme nicht Ursache, sondern Folge der Hyperaktivitäts-Störung eines Kindes sind; denn eine ausgeprägte ADHS kann eine ansonsten stabile Familienstruktur zum Einsturz bringen.

Vielleicht finden Sie im Kapitel ADHS unter "Selbsthilfe" Anregungen, wie Sie sich das Leben erleichtern können.